Granit aus Finnland

Baltic Rot

Baltic Rot ist ein klassischer präkambrischer grobkörniger Granit aus dem finnischen Bruchgebiet Sippola/Ruotila im Anjalankoski-Distrikt nahe der Hafenstadt Kotka in Süd-Finnland — ein kräftig roter Bauwerksgranit mit dramatisch großen roten Kalifeldspat-Megakristallen, schwarzen Biotit-Mineralpunkten und hellen grauen Quarz-Akzenten. Im deutschen Markt einer der meistverwendeten roten Bauwerksgranite ('sehr häufig eingesetzt' — DNSA). International auch als Baltic Red, Baltik Rot, Karelia Red Granite und Finnish Baltic Red geführt; eingesetzt für Außenfassaden, Pflasterungen, Bordsteine, Treppen, Bartheken, Fensterbänke, Sockelleisten und repräsentative Bauwerksanwendungen mit warm-roter skandinavischer Anmutung.

Granit Finnland Frostbeständig Säurebeständig 2.605 kg/m³
Verfügbar als: Platten, Sockelleisten, Fliesen und Boden

Andere Handelsnamen: BALTIK ROT, Baltic Red, Carmen Red, Karelia Red, Karelian Rosa Granite, Rosso Carelia, Rosso Karelia

Über Baltic Rot

Baltic Rot zeigt einen außergewöhnlich charakteristischen rotgrobkörnigen finnischen Granit-Charakter mit kraftvoller traditioneller Anmutung. Die Grundmasse besteht aus überwiegend kräftig roten bis ziegelroten Kalifeldspat-Megakristallen — diese großen roten Mineralpunkte sind das namensgebende Hauptelement des Steins und prägen die markante 'Baltic Red'-Anmutung. Eingebettet in die rote Grundmasse finden sich schwarze Biotit- und Hornblende-Mineralpunkte sowie helle graue bis cremige Quarz- und Plagioklas-Bereiche, die der Plattenfläche eine ausgewogene salt-and-pepper-Struktur verleihen. Die Mineralstruktur ist isotrop (richtungslos) mit grobkörniger kristalliner Anmutung — typisch für Rapakivi-Granite und ähnliche skandinavische Plutonite. Das Verhältnis hell zu dunkel liegt etwa bei 50–60 % roter Grundmasse zu 40–50 % grauen und schwarzen Mineralpunkten. Auf polierter Oberfläche entwickelt der Stein einen klassischen warmen Glanz mit voller Tiefenwirkung — die roten Feldspat-Kristalle intensivieren sich, die Quarz-Bereiche schimmern subtil und die schwarzen Biotit-Akzente treten plastisch hervor.

Im Bestand

Aktuelle Verfügbarkeit aus unserem Lager.

Technische Daten

Richtwerte für die Gesteinssorte aus Hersteller- und Prüfberichten. Naturstein ist ein Naturprodukt — einzelne Chargen und Platten können abweichen. Bei kritischen Anwendungen (z. B. kommerzielle Außenfassade, tragende Bauteile) wird die konkrete Charge üblicherweise projektbezogen geprüft — wir unterstützen gerne bei der Koordination.

Rohdichte 2.605 kg/m³
Druckfestigkeit 177,5 MPa
Biegezugfestigkeit 10,9 MPa
Wasseraufnahme 0,24 %
Frostbeständig Ja
Säurebeständig Ja

Anwendungseignung

Besonders geeignet für

Oberflächen

Baltic Rot ist in verschiedenen Oberflächenbearbeitungen erhältlich. Die Wahl der Oberfläche beeinflusst Optik, Haptik und Pflegeaufwand.

Poliert

Politur ist die klassischste Veredelung im Hartgesteinsegment — eine spiegelglatte, hochglänzende Oberfläche mit höchstmöglicher Farbintensität und maximaler Tiefenwirkung der Mineralstruktur. Als säurebeständiges Silikatgestein ist polierter Granit pflegeleicht und für Küchenarbeitsplatten, Wandverkleidungen und repräsentative Sichtflächen erste Wahl.

Geflammt + 1 x gebürstet

Die Oberfläche wird durch Hitze aufgeraut und einmal gebürstet, um scharfkantige Mineralreste zu glätten und loses Material zu entfernen. Etwas sanftere Haptik als rein geflammt, weiterhin rutschhemmend, Farbe weniger intensiv als poliert. Standardwahl für Außenbereiche, Terrassen und stark beanspruchte Bodenflächen.

Pflege & Verarbeitung

Baltic Rot ist als finnischer präkambrischer Granit ein außergewöhnlich robuster Hartstein mit niedriger Wasseraufnahme (0,24 %), voller Frost- und Säurebeständigkeit und solider mechanischer Festigkeit. Wein, Zitronensaft, Essig, Cola, Sanitärreiniger oder Entkalker hinterlassen keine Ätzspuren wie bei Marmor oder Kalkstein — der Stein ist deutlich pflegeleichter und für intensive Alltagsnutzung bestens geeignet.

Für Innenanwendungen empfehlen wir bei der Erstinstallation eine Imprägnierung auf Silan- oder Polysiloxanbasis. Bei polierten Oberflächen reicht eine Auffrischung alle 8–10 Jahre; bei stark genutzten Bodenflächen, Treppen oder Außenanwendungen alle 3–5 Jahre kontrollieren.

Die tägliche Pflege erfolgt mit pH-neutralem Natursteinreiniger und einem weichen Tuch oder Mikrofaser-Wischmopp. Klares warmes Wasser reicht meist aus. Säurehaltige Reiniger sind grundsätzlich unproblematisch, sollten aber dennoch nicht verwendet werden, weil sie die Imprägnierung angreifen können. Die im Bestand verfügbaren Oberflächenbearbeitungen werden im Block »Oberflächen« weiter unten gelistet.

Für Küchenarbeitsplatten ist Baltic Rot gut geeignet: schnitt- und kratzfest (Mohshärte 6–7), hitzeunempfindlich (heiße Töpfe und Pfannen können kurzzeitig direkt abgestellt werden, längere Hitzeexposition über 200 °C dennoch vermeiden), säurebeständig und mit guter Fleckabweisung. Die warme rotgrobkörnige Anmutung passt zu klassisch-traditionellen oder skandinavisch-rustikalen Designer-Küchen.

Für Außenanwendungen ist Baltic Rot besonders qualifiziert: die dauerhafte Außen-Polierfähigkeit, die niedrige Wasseraufnahme (0,24 %) und die ausgezeichnete Frostbeständigkeit machen den Stein zur ersten Wahl für anspruchsvolle Außenfassaden in stark witterungsbelasteten Lagen — der Stein hat sich an unzähligen Bauwerken in Deutschland und Mitteleuropa über Jahrzehnte bewährt. Polierte Außenfassaden behalten ihre Brillanz über Jahre. Die im Bestand verfügbaren Oberflächenbearbeitungen werden im Block »Oberflächen« weiter unten gelistet.

Für Pflasterungen ist Baltic Rot eine traditionsreiche Wahl — die hohe Druckfestigkeit, die niedrige Wasseraufnahme und die ausgezeichnete Frost-Tausalz-Beständigkeit qualifizieren den Stein für Stadtkern-Pflasterungen, Plätze, Bordsteine und hochfrequentierte öffentliche Außenflächen. Für Pflasterungen mit Fahrzeugverkehr empfehlen wir Plattenstärken von mindestens 30–60 mm.

Für Pool-Umrandungen, Außenterrassen und Brunneneinfassungen ist eine rutschhemmend strukturierte Oberfläche Pflicht — auf polierten Außenflächen besteht hohe Rutschgefahr bei Nässe. In Bereichen mit häufigem Salzkontakt (Streusalz, Pool-Chlor) ist eine Imprägnier-Auffrischung alle 3 Jahre völlig ausreichend (bei dichten skandinavischen Graniten weniger häufig nötig).

Häufige Fragen

Was ist Baltic Rot geologisch?

Baltic Rot ist ein präkambrischer Granit aus dem finnischen Granit-Komplex der Karelidischen Provinz. Die Brüche liegen in Sippola und Ruotila im Anjalankoski-Distrikt nahe der Hafenstadt Kotka in Süd-Finnland. Petrographisch ein grobkörniger Plutonit mit Rapakivi-ähnlichen Feldspat-Megakristallen. Der Stein ist über 1,5 Milliarden Jahre alt und gehört zum Baltischen Schild — einer der ältesten Granit-Provinzen Europas. DNSA führt das Material unter Eintrag 1976.

Welche Synonyme gibt es?

Baltic Rot läuft im internationalen Handel auch unter den Bezeichnungen Baltic Red Granite (englischer Trade-Name), Baltik Rot (deutsche Schreibvariante), Karelia Red Granite (nach der historischen Karelidischen Granit-Provinz), Finnish Baltic Red und Anjalankoski Red. Alle Bezeichnungen verweisen auf den gleichen finnischen roten Granit aus dem Anjalankoski-Bruchgebiet.

Welche technischen Werte hat Baltic Rot?

Solide Werte: Rohdichte 2.580–2.605 kg/m³, Druckfestigkeit 179 MPa, Biegezugfestigkeit 10,9 MPa, Wasseraufnahme 0,24 % (sehr niedrig), Mohshärte 6–7. Volle Frost- und Säurebeständigkeit als Silikatgestein bestätigt. DNSA bestätigt durable outdoor polish — die polierte Oberfläche behält den Glanz auch im Außenbereich über Jahre. Diese Werte qualifizieren Baltic Rot voll für anspruchsvolle Innen- und Außenanwendungen.

Warum ist Baltic Rot in Deutschland so beliebt?

DNSA bezeichnet Baltic Rot ausdrücklich als 'sehr häufig in Deutschland eingesetzt'. Mehrere Faktoren erklären die deutsche Marktdurchdringung: 1) Die niedrige Wasseraufnahme und ausgezeichnete Frost-Tausalz-Beständigkeit qualifizieren den Stein perfekt für mitteleuropäische Klimabedingungen mit langen Wintern. 2) Die durable outdoor polish-Eigenschaft ermöglicht polierte Außenfassaden mit erhaltenem Glanz. 3) Die jahrzehntelange Marktbewährung und gute Verfügbarkeit. 4) Der attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu exklusiveren skandinavischen Sortierungen wie Baltic Brown.

Baltic Rot oder Rosso Balmoral?

Beide sind klassische finnische rote Granite, unterscheiden sich aber in Charakter und Marktposition. Rosso Balmoral (Vehmaa, Süd-West-Finnland) ist ein klassischer Rapakivi-Granit mit großen abgegrenzten roten Feldspat-Augen und gilt als der exklusivere Klassiker mit längerer historischer Bauwerks-Tradition. Baltic Rot (Anjalankoski, Süd-Finnland) ist preislich attraktiver, mit kraftvoller grobkörniger Anmutung und seit Jahrzehnten als deutscher Marktklassiker bewährt. Für höchste Heritage-Ansprüche ist Rosso Balmoral die exklusive Wahl; für planungssichere Bauwerksanwendungen mit hervorragender technischer Qualität ist Baltic Rot die wirtschaftlich attraktive Standardvariante.

Ist Baltic Rot für die Küchenarbeitsplatte geeignet?

Ja, gut geeignet. Mit Mohshärte 6–7, niedriger Wasseraufnahme (0,24 %), guter Druckfestigkeit (179 MPa) und voller Säurebeständigkeit ist der Stein schnitt-, kratz- und hitzefest und absorbiert keine Wein-, Zitronen- oder Essig-Säuren. Die warme rotgrobkörnige Anmutung passt zu klassisch-traditionellen oder skandinavisch-rustikalen Designer-Küchen mit warmer Atmosphäre.

Welche Oberflächen gibt es bei Baltic Rot?

Die im Bestand verfügbaren Oberflächenbearbeitungen sind im Block »Oberflächen« auf dieser Seite gelistet.

Eignet sich Baltic Rot für Pflasterungen?

Hervorragend geeignet — und das ist eine der wichtigsten Anwendungen. Die hohe Druckfestigkeit, die niedrige Wasseraufnahme und die ausgezeichnete Frost-Tausalz-Beständigkeit qualifizieren den Stein für Stadtkern-Pflasterungen, Plätze, Bordsteine und hochfrequentierte öffentliche Außenflächen. Baltic Rot wird in Deutschland und Mitteleuropa seit Jahrzehnten für klassische Pflasterungsanwendungen verwendet — die langfristige Witterungsstabilität ist über Jahrzehnte bewährt. Für Pflasterungen mit Fahrzeugverkehr empfehlen wir Plattenstärken von mindestens 30–60 mm.

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