Schiefer – Eigenschaften, Herkunft & Sorten

Unter Schiefer führen wir auch Phyllite und verwandte foliierte Metamorphite. Für die petrografische Unterscheidung: Filter „Gesteinsart“.

Schiefer ist bei ROSSITTIS in zahlreichen Sorten verfügbar.

14 Materialien

Schiefer im Vergleich

Schiefer unterscheidet sich durch seine Schieferung (Spaltbarkeit) von allen anderen Natursteinen. Gegenüber Granit ist Schiefer weicher und säureempfindlicher, bietet aber eine einzigartige Textur. Gegenüber Kalkstein ist Schiefer frostbeständiger und mechanisch belastbarer. Die natürlich raue Oberfläche ist ein Vorteil bei Rutschsicherheit.

Schiefer

Härte (Mohs) 3–5
Spaltbarkeit Sehr gut
Säurebeständigkeit Bedingt
Frostbeständigkeit Überwiegend
Optik Geschichtet, seidig
Küche Bedingt
Preissegment Mittel

Granit

Härte (Mohs) 6–7
Spaltbarkeit Keine
Säurebeständigkeit Ja
Frostbeständigkeit Ja
Optik Körnig
Küche Ideal
Preissegment Niedrig bis hoch

Kalkstein

Härte (Mohs) 3–4
Spaltbarkeit Keine
Säurebeständigkeit Nein
Frostbeständigkeit Sortenabhängig
Optik Erdig, warm
Küche Bedingt
Preissegment Mittel

Anwendungsbereiche

Bodenbeläge – Schiefer ist ein Klassiker für rustikale und moderne Böden. Die natürliche Textur und Rutschsicherheit machen ihn ideal für Eingangsbereiche, Flure und Küchen.

Wandverkleidungen – dünn gespaltene Schieferplatten als Wandverkleidung erzeugen eine Textur-Wand mit faszinierendem Licht- und Schattenspiel.

Fensterbänke und Arbeitsplatten – härtere Schiefersorten eignen sich für leicht beanspruchte Arbeitsflächen. Für intensive Küchennutzung ist Granit die bessere Wahl.

Außenbereich – Terrassen und Gartenwege in Schiefer wirken natürlich und zeitlos.

Schiefer in der Anwendung

Inspirationen mit Schiefer

Projekte, in denen Schiefer erfolgreich eingesetzt wurde.

Porto Schiefer / Iron Red Bäder

Porto Schiefer / Iron Red

Scholz Naturstein

Mustang Schiefer Böden

Mustang Schiefer

BOLLMANN NATURSTEINWERK

Porto Schiefer Böden

Porto Schiefer

Kiehlmann Naturstein

Porto Schiefer Treppen

Porto Schiefer

Kiehlmann Naturstein

Über Schiefer

Schiefer ist ein metamorphes Gestein, das aus tonreichen Sedimentgesteinen (Tonstein, Siltstein) unter gerichtetem Druck und moderater Temperatur entsteht. Der Metamorphose-Prozess erzeugt die charakteristische Schieferung (Foliation): eine parallele Ausrichtung plattiger Minerale (Glimmer, Chlorit), die dem Gestein seine typische Spaltbarkeit in dünne Platten verleiht.

Diese Spaltbarkeit ist das Alleinstellungsmerkmal von Schiefer: Kein anderer Naturstein lässt sich so dünn und gleichmäßig spalten. Traditionell wurde Schiefer als Dachdeckungsmaterial verwendet – Schieferdächer prägen die Architektur in Wales, Bretagne, Rheinland und Galicien seit Jahrhunderten.

Schiefer Naturstein

Technische Eigenschaften

Typische Wertebereiche für Schiefer. Einzelne Sorten können abweichen.

Härte (Mohs) 3–5
Rohdichte 2.600–2.800 kg/m³
Druckfestigkeit 60–200 MPa
Wasseraufnahme 0,1–1,5 %
Frostbeständig Überwiegend
Säurebeständig Bedingt säureempfindlich

Schiefer zeigt eine breite Spannweite technischer Werte, abhängig vom Metamorphose-Grad. Weiche Tonschiefer liegen bei Mohs 3–4, höhermetamorphe Phyllit-Schiefer erreichen Mohs 5. Die Spaltbarkeit ist richtungsabhängig – parallel zur Schieferung ist der Stein leicht spaltbar, senkrecht dazu deutlich fester. Schiefer ist in der Regel frostbeständig, aber die offene Schichtstruktur kann in Einzelfällen Wasser aufnehmen. Die natürlich raue Oberfläche bietet hervorragende Rutschsicherheit.

Schiefer-Farben

Schiefer zeigt eine gedämpfte, elegante Farbpalette.

Schwarz und Anthrazit sind die klassischen Schieferfarben. Die tiefe Farbe stammt von Graphit und organischen Einschlüssen.

Grau – von silbergrau bis dunkelgrau, oft mit seidigem Glimmer-Schimmer.

Grün – Chlorit-reiche Schiefer zeigen dezente bis intensive Grüntöne (z. B. brasilianische Sorten).

Rost und Braun – eisenhaltige Schiefer entwickeln warme Rost- und Brauntöne, die mit der Zeit nachdunkeln.

Bunt und mehrfarbig – einige Schiefer zeigen mehrere Farben in einer Platte (z. B. Multicolor Schiefer).

Pflege & Reinigung

Schiefer ist relativ pflegeleicht, erfordert aber Aufmerksamkeit.

Imprägnierung: Empfohlen, insbesondere im Nassbereich. Auffrischung alle 1–2 Jahre.

Reinigung: pH-neutrale Natursteinreiniger verwenden. Schiefer kann je nach Sorte bedingt säureempfindlich sein.

Oberflächen: Die natürlich raue Spalttextur ist pflegeleichter als polierte Oberflächen. Staub und Kratzer fallen weniger auf.

Oxidation: Eisenhaltige Schiefer können mit der Zeit nachdunkeln oder Rostverfärbungen zeigen – das ist ein natürlicher Prozess, kein Mangel.

Häufige Fragen

Was ist Schiefer?

Schiefer ist ein metamorphes Gestein aus umgewandeltem Tonstein. Seine charakteristische Schieferung erlaubt das Spalten in dünne Platten – ein Alleinstellungsmerkmal unter den Natursteinen. Schiefer wird seit Jahrhunderten als Dach-, Boden- und Wandmaterial eingesetzt.

Eignet sich Schiefer für Küchenarbeitsplatten?

Bedingt. Härtere Schiefersorten können als Arbeitsplatten verwendet werden, sind aber weicher und säureempfindlicher als Granit. Für intensive Küchennutzung empfehlen wir Granit, Quarzit oder Keramik. Schiefer eignet sich besser für Böden, Wände und Fensterbänke.

Ist Schiefer frostbeständig?

Die meisten Schiefersorten sind frostbeständig und eignen sich für den Außenbereich. Die geringe Wasseraufnahme und die dichte Struktur schützen vor Frostschäden. Für Terrassen und Außentreppen spaltraue Oberflächen wählen (beste Rutschsicherheit).

Wie pflege ich Schieferboden?

Schieferboden ist relativ pflegeleicht. Imprägnieren Sie nach der Verlegung und frischen Sie alle 1–2 Jahre auf. Reinigen Sie mit pH-neutralem Natursteinreiniger. Die natürlich raue Oberfläche verbirgt Gebrauchsspuren besser als polierte Steine.

Warum verändert sich die Farbe von Schiefer?

Eisenhaltige Schiefer können mit der Zeit nachdunkeln oder Rostverfärbungen zeigen. Das ist ein natürlicher Oxidationsprozess und kein Qualitätsmangel. Viele Architekten schätzen diese Patinierung als natürliche Alterung, die den Stein lebendiger macht.

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