Granit – Eigenschaften, Herkunft & Sorten

Im Steinhandel umfasst Granit auch Syenit, Gabbro/Norit, Migmatit und verwandte Hartgesteine. Für die petrografische Unterscheidung: Filter „Gesteinsart“.

Granit zählt zu den härtesten und widerstandsfähigsten Natursteinen überhaupt. Als magmatisches Tiefengestein entsteht er durch langsame Abkühlung von Magma in der Erdkruste — ein Prozess, der ihm seine charakteristische körnige Struktur und außergewöhnliche Dichte verleiht. Mit einer Mohshärte von 6 bis 7 ist Granit kratzfest, säurebeständig und nahezu unverwüstlich.

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Granit im Vergleich

Die Wahl zwischen Granit, Marmor und Quarzit hängt von Einsatzbereich, Ästhetik und Pflegebereitschaft ab. Granit ist der robusteste der drei – ideal für Küchen und Außenbereiche, wo Säurebeständigkeit und Frostfestigkeit gefragt sind. Marmor bietet die edelste Optik mit seiner unvergleichlichen Transluzenz, ist aber empfindlich gegenüber Säuren und Kratzern. Quarzit verbindet die Marmoroptik mit granitähnlicher Härte, ist aber preislich im oberen Segment angesiedelt.

Granit

Härte (Mohs) 6–7
Säurebeständigkeit Ja
Frostbeständigkeit Ja
Wasseraufnahme Sehr gering
Kratzfestigkeit Hoch
Pflegeaufwand Gering
Optik Körnig, gleichmäßig
Küche Ideal
Außenbereich Ideal
Preissegment Niedrig bis hoch

Marmor

Härte (Mohs) 3–4
Säurebeständigkeit Nein
Frostbeständigkeit Bedingt
Wasseraufnahme Mittel
Kratzfestigkeit Gering
Pflegeaufwand Hoch
Optik Geädert, marmoriert
Küche Bedingt geeignet
Außenbereich Bedingt
Preissegment Hoch

Quarzit

Härte (Mohs) 7
Säurebeständigkeit Überwiegend
Frostbeständigkeit Ja
Wasseraufnahme Gering
Kratzfestigkeit Sehr hoch
Pflegeaufwand Mittel
Optik Fließend, marmorartig
Küche Ideal
Außenbereich Gut geeignet
Preissegment Hoch bis sehr hoch

Anwendungsbereiche

Küchenarbeitsplatten sind das Haupteinsatzgebiet für Granit. Die Kombination aus Härte (Mohs 6–7), Hitzebeständigkeit und Säureresistenz macht ihn zum idealen Küchenstein. Anders als Marmor oder Kalkstein reagiert Granit nicht auf Zitronensaft, Essig oder Rotwein.

Bodenbeläge profitieren von der hohen Abriebfestigkeit – Granit hält selbst in stark frequentierten Bereichen wie Eingangshallen, Hotelfoyers und Geschäftsräumen jahrzehntelang stand.

Fassadenverkleidungen nutzen die Witterungsbeständigkeit und Frostfestigkeit von Granit. Die geringe Wasseraufnahme verhindert Frostschäden auch in exponierten Lagen.

Außenanlagen – Terrassen, Eingangsbereiche, Treppenstufen und Pflasterungen – sind eine natürliche Stärke von Granit. In geflammter oder gestockter Oberfläche bietet er die nötige Rutschsicherheit.

Waschtische und Badezimmer sind ein wachsendes Einsatzgebiet. Die Unempfindlichkeit gegen Pflegeprodukte und Feuchtigkeit macht Granit zur langlebigen Alternative zu Keramik.

Granit in der Anwendung

Inspirationen mit Granit

Projekte, in denen Granit erfolgreich eingesetzt wurde.

Sapphire Blue Küchen

Sapphire Blue

Karl Faig GmbH

Suede Küchen

Suede

Steinmetzbetrieb Hirschberger

Brown Antique Küchen

Brown Antique

Steinfuchs

Steel Grey Böden

Steel Grey

Heuger & Pues Naturstein

Rosa Beta / Multicolor Rot Treppen

Rosa Beta / Multicolor Rot

Burandt Natursteine

Steel Grey Treppen

Steel Grey

Heuger & Pues Naturstein

Über Granit

Granit ist ein magmatisches Tiefengestein (Plutonit), das durch die langsame Abkühlung von Magma in mehreren Kilometern Tiefe entsteht. Dieser Prozess dauert Hunderttausende bis Millionen Jahre und erzeugt die charakteristische grobkörnige Kristallstruktur, die Granit von allen anderen Natursteinen unterscheidet.

Die mineralische Zusammensetzung besteht im Wesentlichen aus drei Hauptbestandteilen: Feldspat (40–60 %), Quarz (20–40 %) und Glimmer (5–15 %). Der hohe Quarzanteil ist verantwortlich für die außergewöhnliche Härte – mit 6 bis 7 auf der Mohs-Skala ist Granit härter als Stahl. Die Feldspatminerale bestimmen die Grundfarbe: rosafarbener Feldspat erzeugt rote und beige Granite, während dunkler Feldspat zu grauen und schwarzen Varianten führt.

Granit Naturstein

Technische Eigenschaften

Typische Wertebereiche für Granit. Einzelne Sorten können abweichen.

Härte (Mohs) 6–7
Rohdichte 2.600–2.800 kg/m³
Druckfestigkeit 100–250 MPa
Wasseraufnahme 0,1–0,5 %
Frostbeständig Überwiegend
Säurebeständig Ja

Granit gehört zu den technisch leistungsfähigsten Natursteinen. Die hohe Dichte und der Quarzanteil machen ihn extrem widerstandsfähig gegen mechanische Beanspruchung, Abrieb und Witterungseinflüsse. Für die Praxis bedeuten diese Werte: Granit verkraftet heiße Töpfe, scharfe Messer und tägliche Nutzung ohne sichtbare Abnutzung. Die geringe Wasseraufnahme sorgt dafür, dass Flüssigkeiten nicht in den Stein eindringen – eine Imprägnierung verstärkt diesen Effekt zusätzlich.

Granit-Farben

Die Farbpalette von Granit ist überraschend vielfältig. Die Grundfarbe wird durch den Feldspatanteil bestimmt, während Quarz, Glimmer und Nebenminerale Akzente setzen.

Dunkle und schwarze Granite wie Nero Assoluto, Absolute Black oder Star Galaxy sind die klassische Wahl für elegante, moderne Küchen und Bäder. Der tiefe Farbton entsteht durch hohen Anteil an dunklem Feldspat und Pyroxen – petrographisch handelt es sich bei vielen „schwarzen Graniten“ tatsächlich um Gabbro oder Norit.

Graue Granite wie Steel Grey, Silver Cloud oder Padang Dunkel bieten eine zeitlose, neutrale Grundlage, die sich in praktisch jedes Farbkonzept einfügt. Sie zählen zu den meistverwendeten Natursteinen im Küchenbereich.

Helle und weiße Granite wie Bianco Sardo, Kashmir White oder Imperial White bringen Leichtigkeit in Innenräume. Sie sind die natürliche Alternative zu hellen Marmoren – mit dem Vorteil der Säurebeständigkeit.

Rote und braune Granite wie Multicolor Rot, Brown Antique oder Rosa Beta setzen markante Akzente. Die warmen Farbtöne stammen von eisenoxidhaltigen Feldspäten.

Blaue und grüne Granite wie Azul Macaubas, Blue Bahia oder Labrador Blue Pearl sind die Raritäten unter den Graniten. Ihre außergewöhnliche Farbgebung macht sie zu Highlight-Steinen für besondere Projekte.

Pflege & Reinigung

Granit ist ausgesprochen pflegeleicht und damit einer der wartungsärmsten Natursteine überhaupt.

Imprägnierung: Nach der Verlegung empfiehlt sich eine hochwertige Imprägnierung auf Silanbasis, die alle 1–2 Jahre aufgefrischt wird. Die Imprägnierung reduziert die ohnehin geringe Wasseraufnahme weiter und schützt vor Fleckenbildung durch Öl, Wein oder Kaffee.

Tägliche Reinigung: Ein feuchtes Tuch oder Mikrofasertuch mit pH-neutralem Natursteinreiniger genügt. Granit ist im Gegensatz zu Marmor säurebeständig – säurehaltige Reiniger schaden dem Stein nicht, können aber die Imprägnierung vorzeitig abbauen.

Vermeiden: Scheuermilch und grobe Schwämme auf polierten Oberflächen (Mikrokratzer). Hochdruckreiniger im Außenbereich nur bei robusten Oberflächen (geflammt, gestockt) – nicht bei polierten Flächen.

Häufige Fragen

Was ist Granit?

Granit ist ein magmatisches Tiefengestein, das aus Feldspat, Quarz und Glimmer besteht. Er entsteht durch langsame Abkühlung von Magma in der Erdkruste und gehört mit einer Mohshärte von 6–7 zu den härtesten Natursteinen. Im Natursteinhandel umfasst der Begriff „Granit“ auch verwandte Hartgesteine wie Gabbro, Gneis und Syenit.

Ist Granit säurebeständig?

Ja, echter Granit ist säurebeständig. Zitronensaft, Essig oder Rotwein greifen die Oberfläche nicht an – ein wesentlicher Vorteil gegenüber Marmor und Kalkstein. Beachten Sie jedoch, dass einige als „Granit“ gehandelte Steine (insbesondere Gabbro mit Karbonatanteil) bedingt säureempfindlich sein können.

Eignet sich Granit für Küchenarbeitsplatten?

Granit ist einer der beliebtesten Natursteine für Küchenarbeitsplatten. Er ist säurebeständig, kratzfest, hitzebeständig und nimmt dank geringer Wasseraufnahme kaum Flüssigkeit auf. Mit einer Imprägnierung ist Granit optimal für den täglichen Kücheneinsatz geschützt.

Ist Granit frostbeständig?

Die meisten Granitsorten sind frostbeständig, da ihre geringe Wasseraufnahme (typisch 0,1–0,5 %) das Eindringen von Feuchtigkeit minimiert. Granit eignet sich daher hervorragend für Terrassen, Fassaden und Außentreppen. Bei einzelnen Sorten empfiehlt sich eine chargenspezifische Prüfung.

Wie pflege ich Granit richtig?

Granit ist sehr pflegeleicht. Reinigen Sie mit einem feuchten Tuch und pH-neutralem Natursteinreiniger. Vermeiden Sie Scheuermilch auf polierten Oberflächen. Eine Imprägnierung nach der Verlegung und eine Auffrischung alle 1–2 Jahre bieten optimalen Schutz vor Flecken.

Welche Farben hat Granit?

Granit gibt es in einer breiten Farbpalette: Schwarz (Nero Assoluto, Absolute Black), Grau (Steel Grey, Padang Dunkel), Weiß (Bianco Sardo, Kashmir White), Rot und Braun (Multicolor Rot, Rosa Beta) sowie seltene Blau- und Grüntöne (Azul Macaubas, Blue Pearl). Die Farbe wird primär durch den Feldspatanteil bestimmt.

Was ist der Unterschied zwischen Granit und Marmor?

Granit und Marmor unterscheiden sich grundlegend: Granit ist ein magmatisches Hartgestein (Mohs 6–7), Marmor ein metamorphes Weichgestein (Mohs 3–4). Granit ist säurebeständig und kratzfest, Marmor reagiert empfindlich auf Säuren. Granit eignet sich ideal für Küchen, Marmor eher für repräsentative Bäder und Wohnbereiche.

Was ist der Unterschied zwischen Granit und Quarz?

Granit ist ein natürlicher Stein aus der Erde, Quarzkomposit (z. B. Caesarstone, Silestone) ist ein industriell gefertigtes Produkt aus ca. 93 % gemahlenen Quarzkristallen und Kunstharz. Granit bietet natürliche Einzigartigkeit und Hitzebeständigkeit, Quarzkomposit punktet mit absoluter Gleichmäßigkeit und einfacher Pflege.

Ähnliche Gesteinsarten

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