Barroca ist ein brasilianischer Speckstein (Soapstone) aus der Region Minas Gerais — tief grau, warm im Griff, säureresistent. Bei ROSSITTIS wird er vor allem für Kamineinfassungen, Waschbecken, Arbeitsplatten und haptisch wohnliche Innenflächen eingesetzt.
Andere Handelsnamen: Barrocal, Branco Preto do Barrocal, Cinza Evora, Cinzento Evora, Speckstein Barroca
Über Barroca
Barroca ist ein Speckstein — also ein ganz anderer Werkstoffcharakter als Marmor oder Granit. Die Farbe liegt im tiefen Grau bis Anthrazit, oft mit feinen weißen Ader- oder Matrixzeichnungen. Typisch ist die weiche Haptik: Speckstein fühlt sich angenehm warm an, weil der hohe Talkanteil Wärme gut speichert und leitet. Genau das macht ihn für Kamineinfassungen, Holzofenverkleidungen, Waschbecken und haptisch wohnliche Flächen so interessant. Der Stein ist kein ruhiger Hintergrundspieler, sondern bringt ein sehr spezielles, fast werkstattartiges Materialgefühl mit.
Der Stein stammt aus Brasilien, aus der Region Mariana im Bundesstaat Minas Gerais. Petrographisch ist er ein Speckstein (Soapstone), mineralogisch eine Mischung aus Talk, Chlorit und häufig Magnesit. Geologisch steht er in der Familie der Serpentinite, wird im Handel aber meist als eigene Kategorie „Speckstein” oder „Soapstone” geführt. Bei ROSSITTIS läuft Barroca aus Darstellungsgründen in der Gruppe MARMOR mit, weil der typische Weichstein-Charakter und die dekorativen Einsatzfelder dort besser aufgehoben sind als bei den Hartgesteinen. Im Handel sind auch Namen wie „Classic Soapstone” oder „Barroca Grey Soapstone” geläufig.
Wichtig für die Planung: Speckstein hat ein ganz anderes Stärke-Schwäche-Profil als Granit oder Quarzit. Er ist sehr weich (Mohs 1–3, daher der Name „Seifenstein”), kratzbar und damit optisch reagibel auf den Alltag. Dafür ist er praktisch nicht porös, chemisch sehr stabil und komplett säurebeständig — Zitrone, Essig und Wein verursachen keine matten Flecken wie bei Marmor oder Kalkstein. Auch Hitze ist kein Thema: Speckstein wird traditionell direkt als Ofenstein eingesetzt und verträgt heiße Töpfe ohne Schaden. Und: Mit der Zeit und mit Öl zieht die Oberfläche nach und entwickelt eine dunklere, tiefere Patina — das gehört zum Material.
Saussur-geschliffen und gebürstet sind die gebräuchlichsten Oberflächen. Poliert und getrommelt sind möglich, wirken aber weniger typisch. Bei ROSSITTIS ist Barroca als Rohplatte, Fliese, Waschbecken, Arbeitsplatte, Kaminverkleidung, Fensterbank sowie für weitere maßgefertigte Innenbauteile verfügbar. Als Alternative zu ruhigen grauen Graniten wirkt er deutlich weicher und haptischer, als Alternative zu dunklem Schiefer matter und massiger.
Die ehrliche Einschätzung: Barroca ist kein Alltags-Hartstein. Wer maximale Kratzfestigkeit und hohen Oberflächen-Erhaltungsdruck will, ist bei Granit oder Quarzit besser aufgehoben. Wer dagegen einen säureresistenten, warmen, haptisch lebendigen Weichstein mit klarem Werkstattcharakter sucht, bekommt mit Barroca einen sehr eigenen Naturstein — besonders stark an Kamin, Waschtisch und in haptisch gewollten Innenräumen.
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Technische Daten
Richtwerte für die Gesteinssorte aus Hersteller- und Prüfberichten. Naturstein ist ein Naturprodukt — einzelne Chargen und Platten können abweichen. Bei kritischen Anwendungen (z. B. kommerzielle Außenfassade, tragende Bauteile) wird die konkrete Charge üblicherweise projektbezogen geprüft — wir unterstützen gerne bei der Koordination.
Barroca ist in verschiedenen Oberflächenbearbeitungen erhältlich. Die Wahl der Oberfläche beeinflusst Optik, Haptik und Pflegeaufwand.
Geschliffen
Geschliffen ist die typischste Oberfläche für Speckstein. Der Stein wirkt matt, samtig und zeigt seine tiefe Grautonigkeit ohne Glanz.
Gebürstet
Gebürstet bekommt Barroca zusätzliche Haptik und eine leicht strukturierte Oberfläche. Für Waschtische und wohnliche Innenräume ist das sehr angenehm.
Geölt
Nach dem Einölen vertieft sich die Farbe spürbar — von mittelgrau zu fast schwarz mit sichtbaren Adern. Das ist der klassische Speckstein-Look.
Poliert
Poliert ist bei Speckstein möglich, aber unüblich. Der weiche Charakter und die typische Mattheit gehen bei Hochglanz zum Teil verloren.
Gesägt
Sägeroh oder naturgesägt wirkt Barroca urig und werkstattartig. Für Kaminplatten oder bewusst archaische Flächen ist das eine stimmige Wahl.
Pflege & Verarbeitung
Barroca ist als Speckstein säureresistent und nahezu nicht-porös. Das macht das Reinigen und Pflegen im Alltag sehr einfach, gleichzeitig muss die weiche Oberfläche mit Bedacht behandelt werden.
Zum Reinigen genügen pH-neutrale Natursteinreiniger oder ein mildes Spülmittel mit einem weichen Tuch. Weil der Stein säurestabil ist, schaden auch Zitrus, Wein oder Essig nicht — das ist ein echter Vorteil gegenüber Marmor in Küchen.
Scheuerpulver, Topfreiniger und kratzende Pads sollten gemieden werden: Speckstein ist weich und nimmt leicht sichtbare Spuren an. Kleinere Kratzer lassen sich aber mit feinem Schleifpapier und anschließendem Ölen problemlos ausblenden — das gehört zur Pflegeroutine des Materials dazu.
Eine Imprägnierung ist nicht notwendig. Stattdessen wird Speckstein klassisch mit einem neutralen Naturstein- oder Mineralöl behandelt. Das vertieft die Farbe, macht die Patina gleichmäßig und schützt bei stark beanspruchten Flächen. Ölen kann regelmäßig (1–4× jährlich) wiederholt werden.
Auf Kamin- und Ofenflächen ist keine zusätzliche Pflege nötig — Hitze ist für Speckstein völlig unproblematisch. In Küchen und Bädern akzeptieren Sie die natürliche Patina bewusst: Das Material lebt, genau das ist sein Charakter.
Häufige Fragen
Ist Barroca wirklich ein Speckstein, kein Granit?
Ja. Barroca ist ein brasilianischer Speckstein (Soapstone) aus Minas Gerais. Es gibt im Handel einen gleichnamigen portugiesischen Granodiorit („Barrocal/Cinza Évora”) — das ist ein anderer Stein, nicht dieses Material.
Warum läuft Barroca bei ROSSITTIS in der Marmor-Gruppe?
Speckstein hat keine eigene breite Handelskategorie im deutschen Markt. Weil er geologisch in die Familie der Serpentinite fällt und als dekorativer Weichstein eingesetzt wird, ist er bei ROSSITTIS der Marmor-Gruppe zugeordnet.
Ist Barroca für die Küche geeignet?
Ja — mit realistischer Erwartung. Speckstein ist säurebeständig und hitzeresistent, was in der Küche sehr angenehm ist. Er ist aber weich und bekommt sichtbare Kratzer, die aber leicht ausgeschliffen werden können.
Wie pflege ich Barroca richtig?
Reinigen mit pH-neutralem Reiniger und weichem Tuch. Statt Imprägnierung wird Speckstein klassisch geölt (Naturstein- oder Mineralöl), das vertieft Farbe und Patina. Kratzer lassen sich mit feinem Schleifpapier ausblenden.
Woher kommt Barroca?
Aus Brasilien, genauer aus der Region Mariana im Bundesstaat Minas Gerais — einer der klassischen Speckstein-Regionen weltweit.
Wofür eignet sich Barroca am besten?
Besonders stark an Kaminen, Holzöfen, Waschbecken, Waschtischplatten und als haptische Arbeitsplatte. Weniger geeignet für hoch beanspruchte Gewerbeflächen mit Kratz- und Abriebrisiken.