Rosso Asiago (auch Asiago Rosso, Rosso di Asiago oder Asiago Red Marble) ist ein italienischer jurassischer Werkkalkstein vom Hochplateau Asiago in der Provinz Vicenza im Veneto mit warm rostrotem bis bordeauxfarbenem Grundton, charakteristisch knollig-brekziöser Struktur und häufig sichtbaren versteinerten Ammoniten-Fossilien. Außergewöhnlich hochfest mit Druckfestigkeit von 162,6 MPa und außergewöhnlich niedriger Wasseraufnahme von 0,07 % — eingesetzt für repräsentative Wandverkleidungen, Bodenflächen, Treppenanlagen, Kamineinfassungen, Bartheken-Rückwände und edle Innenausbauten mit klassisch italienisch-historischer Anmutung.
Petrographisch handelt es sich um einen jurassischen Roten Ammoniten-Kalkstein mit knollig-brekziöser Struktur aus dem Hochplateau Asiago in der Provinz Vicenza im italienischen Veneto. Im internationalen Steinhandel als Marmor geführt — eine in Italien seit Jahrhunderten etablierte Konvention für polierfähige Karbonatgesteine. Die warm rostrote Färbung resultiert aus eisenoxidischen Komponenten, die häufig sichtbaren Ammoniten-Fossilien sind ein Wesensmerkmal der jurassischen Roten Ammoniten-Kalksteine der italienischen Voralpen.
Kalkstein
Italien
2.690 kg/m³
Verfügbar als: Platten, Sockelleisten, Fliesen und Boden
Andere Handelsnamen: Asiago Red, Asiago Red Marble, Asiago Rosso, Red Asiago Marble, Rojo Asiago Marble, Rosso Di Asiago Marble, Rosso di Asiago
Über Rosso Asiago
Rosso Asiago gehört zur Familie der berühmten italienischen jurassischen Roten Ammoniten-Kalksteine, die seit der Antike zu den bedeutendsten Naturwerksteinen Italiens zählen. Der Stein wird auf dem Hochplateau Asiago in der Provinz Vicenza im italienischen Veneto gewonnen, einer Region, die zu den traditionsreichsten Naturwerkstein-Lieferregionen Norditaliens gehört und die kulturhistorisch eng mit der venezianisch-vicentinischen Steinmetz-Tradition verbunden ist. Die Asiago-Region grenzt an die benachbarten Steinbruchregionen rund um Verona, aus denen das international bekannte „Rosso Verona" stammt — Rosso Asiago und Rosso Verona sind verwandte Materialien aus derselben jurassischen Karbonatformation und werden im Steinhandel manchmal parallel angeboten. Im internationalen Markt wird der Stein unter den synonymen Handelsnamen Rosso Asiago, Asiago Rosso, Rosso di Asiago und Asiago Red Marble geführt.
Geologisch handelt es sich um einen jurassischen Kalkstein, der vor rund 180 bis 160 Millionen Jahren in einem flachen, warmen Tropenmeer abgelagert wurde — der berühmte „Rosso Ammonitico" der Tethys-Karbonatplattform. Die warm rostrote Färbung resultiert aus eisenoxidischen Komponenten, die während der Sedimentation oder der späteren diagenetischen Veränderungen in das Karbonat eingelagert wurden. Die charakteristisch knollig-brekziöse Struktur entsteht durch eine Kombination aus ursprünglichen Sediment-Knollen (Karbonat-Knollen, die sich auf dem Meeresgrund gebildet haben) und tektonischer Beanspruchung während der alpinen Gebirgsbildung. Eine paläontologisch besonders bemerkenswerte Eigenschaft des Steins sind die häufig sichtbaren versteinerten Ammoniten-Fossilien — sie erscheinen als runde bis ovale, helle Querschnitte mit charakteristisch spiraliger Innenstruktur und sind ein Wesensmerkmal der Roten Ammoniten-Kalksteine der italienischen Voralpen. Die DNSA-Klassifikation (#2067) dokumentiert das Material präzise.
Visuell prägt Rosso Asiago eine außergewöhnlich charaktervolle, fast paläontologische Materialhandschrift. Auf einer warm rostroten bis bordeauxfarbenen Grundtönung breiten sich knollig-brekziöse Strukturen aus, durchsetzt mit weißen bis hellgrauen Calcit-Adern und gelegentlichen versteinerten Ammoniten-Querschnitten. Die einzelnen Knollen erscheinen als helle bis dunkler bordeauxfarbene Bereiche mit ovaler bis unregelmäßiger Kontur, getrennt von dunkleren Aderzonen — eine Materialhandschrift, die wie ein versteinertes paläozeitliches Mosaik wirkt. Die kontrastreiche Knollen-Optik macht jeden Quadratmeter zu einem Unikat. Bei Bookmatch-Verlegung — Spiegelbildverlegung benachbarter Platten — entstehen besonders eindrucksvolle, fast mandala-artig wirkende symmetrische Großmuster mit den typischen Knollenstrukturen.
Technisch zählt Rosso Asiago zu den hochwertigsten italienischen Werkkalksteinen mit dokumentierten DNSA-Werten: Rohdichte 2690 kg/m³, Druckfestigkeit 162,6 MPa (außergewöhnlich hoch und granitnah), Druckfestigkeit nach Frostzyklen 153,0 MPa (hervorragend frosttüchtig), Biegezugfestigkeit 10,0 MPa, Wasseraufnahme von nur 0,07 % (außergewöhnlich niedrig). Diese Werte qualifizieren den Stein für anspruchsvollste Innen- und Außenanwendungen — die niedrige Wasseraufnahme und die hohe Frostbeständigkeit machen ihn zu einer der robustesten Kalksteinsortierungen überhaupt. Wie alle Karbonatgesteine ist auch Rosso Asiago säureempfindlich und reagiert auf Zitronensäure, Essig oder säurehaltige Reiniger durch matte Ätzung. Polierte Oberflächen sind im offen bewitterten Außenbereich nicht langzeitstabil; konstruktiv geschützte Anwendungen oder mattere Oberflächenbearbeitungen sind dort vorzuziehen.
Im Innenausbau ist Rosso Asiago eine charaktervolle Wahl für klassisch-italienische, mediterrane und historisierende Architekturkonzepte. Klassische Anwendungen sind Bodenflächen in Eingangshallen und Wohnräumen, Wandverkleidungen, Treppenstufen, Sockelleisten, Fensterbänke, Kamineinfassungen und Bartheken-Rückwände — die warm rostrote Tonalität schafft eine kraftvoll-warme Atmosphäre und harmoniert mit dunklen Holzeinbauten in Walnuss-, Mahagoni- oder Eichenholz, mit Messing-, Bronze- und Goldakzenten, mit warmen Erdtönen und mit klassisch-italienischer Möbelästhetik. In Restaurierungsprojekten historischer Bauten ist Rosso Asiago aufgrund seiner historischen Bedeutung ein wichtiges Material. Im Außenbereich ist der Stein dank niedriger Wasseraufnahme und hoher Frost-Tau-Beständigkeit gut für Fassadenverkleidungen, Sockelausbildungen und Treppen unter Vordach geeignet. Aufgrund der hohen mechanischen Werte ist Rosso Asiago robuster als die meisten anderen italienischen Mediterran-Kalksteine — die Säureempfindlichkeit bleibt jedoch bestehen und limitiert offen bewitterte Außenanwendungen mit sauren Niederschlägen.
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Technische Daten
Richtwerte für die Gesteinssorte aus Hersteller- und Prüfberichten. Naturstein ist ein Naturprodukt — einzelne Chargen und Platten können abweichen. Bei kritischen Anwendungen (z. B. kommerzielle Außenfassade, tragende Bauteile) wird die konkrete Charge üblicherweise projektbezogen geprüft — wir unterstützen gerne bei der Koordination.
Rosso Asiago ist in verschiedenen Oberflächenbearbeitungen erhältlich. Die Wahl der Oberfläche beeinflusst Optik, Haptik und Pflegeaufwand.
Poliert
Politur ist die klassischste Veredelung für Marmor und Kalkstein — eine glänzende Oberfläche mit höchstmöglicher Farbintensität und ausgeprägter Tiefenwirkung der Aderung. Je nach mineralischer Zusammensetzung kann die Wirkung stellenweise mattglänzend sein. Säureempfindlich — Wein, Zitrone und Essig hinterlassen Ätzspuren bei längerer Einwirkung.
Satiniert
Die Oberfläche wird gebürstet — weichere Minerale werden gezielt entfernt, es entsteht eine subtile Tiefe und mattes Erscheinungsbild. Besonders geaderte Kalksteine erhalten so eine charaktervolle Optik und Haptik. Die mattere Veredelung kaschiert kleine Ätzungen besser als poliert und ist alltagstauglicher für stark beanspruchte Innenflächen.
Getrommelt
Durch Reibung mit Gesteinszugaben und Wasser in einer rotierenden Trommel entsteht eine matte Oberfläche mit leicht angebrochenen Kanten und satinähnlicher Haptik. Wirkt natürlich gealtert. Geeignet ausschließlich für Wand- und Bodenfliesen, nicht für Rohplatten — Standardwahl für mediterrane und antikisierte Gestaltungskonzepte.
Pflege & Verarbeitung
Rosso Asiago ist als jurassischer italienischer Kalkstein säureempfindlich, dank außergewöhnlich niedriger Wasseraufnahme von nur 0,07 % aber einer der robustesten Vertreter seiner Materialklasse. Im Innenbereich für die tägliche Reinigung ausschließlich warmes Wasser mit pH-neutralem Steinreinigungsmittel verwenden — saure Haushaltsreiniger, Essig, Zitrussäure-Entkalker oder andere säurehaltige Substanzen verursachen mattgeätzte Stellen, die nur durch professionelles Aufpolieren rückgängig gemacht werden können. Verschüttete saure Flüssigkeiten zeitnah mit klarem Wasser aufnehmen — die niedrige Wasseraufnahme verschafft Rosso Asiago gegenüber weicheren Kalksteinen außergewöhnlich viel Reaktionszeit. Eine professionelle Imprägnierung nach der Verlegung sowie alle 2 bis 3 Jahre wird im Innenbereich empfohlen — sie reduziert die Aufnahme von Pigmenten (Rotwein, Kaffee, Olivenöl). Bei Wandverkleidungen genügt regelmäßiges Abstauben und gelegentliches Abwischen mit feuchtem Tuch. Im Außenbereich ist die Vermeidung von Streusalz im Winter zu beachten — chloridfreie Auftaumittel sind die schonendere Alternative. Die im Bestand verfügbaren Oberflächenbearbeitungen werden im Block »Oberflächen« weiter unten gelistet.
Häufige Fragen
Was sind die fossilen Strukturen im Plattenbild?
Die häufig sichtbaren runden bis ovalen, hellen Strukturen mit charakteristisch spiraliger Innenstruktur sind versteinerte Ammoniten-Fossilien — Cephalopoden, die in den jurassischen Tropenmeeren der Tethys-Karbonatplattform vor 180 bis 160 Millionen Jahren lebten und im Sediment eingebettet wurden. Diese Ammoniten-Fossilien sind ein Wesensmerkmal des Roten Ammoniten-Kalksteins der italienischen Voralpen und verleihen Rosso Asiago seine paläontologisch wertvolle, fast museale Materialhandschrift. Sie sind kein Mangel, sondern ein gesuchtes Stilelement.
Was bedeutet die knollig-brekziöse Struktur?
Die charakteristische knollig-brekziöse Struktur entsteht durch eine Kombination aus ursprünglichen Sediment-Knollen (Karbonat-Knollen, die sich auf dem Meeresgrund gebildet haben) und tektonischer Beanspruchung während der alpinen Gebirgsbildung. Die einzelnen Knollen erscheinen im polierten Schnitt als helle bis dunkler bordeauxfarbene ovale Bereiche, getrennt von dunkleren Aderzonen mit Calcit-Mineralisierung. Diese Struktur ist typisch für den Roten Ammoniten-Kalkstein und ein zentrales Stilmerkmal des Materials.
Was ist der Unterschied zwischen Rosso Asiago und Rosso Verona?
Beide stammen aus derselben jurassischen Karbonatformation der italienischen Voralpen und sind verwandte Materialien — Rosso Asiago vom Hochplateau Asiago in der Provinz Vicenza, Rosso Verona aus den Steinbrüchen rund um Verona. Beide zeigen die charakteristische warm rostrote Tonalität, die knollig-brekziöse Struktur und die Ammoniten-Fossilien. Rosso Verona ist international bekannter und in der historischen Architektur Veronas seit Jahrhunderten verbaut; Rosso Asiago wird parallel als gleichwertige Alternative gehandelt. Die Wahl zwischen beiden ist eine Frage der konkreten Bruchverfügbarkeit und der spezifischen Plattenoptik.
Eignet sich Rosso Asiago für Außenanwendungen?
Hervorragend. Die außergewöhnlich niedrige Wasseraufnahme von 0,07 % und die hohe Druckfestigkeit von 162,6 MPa (granitnah!) sowie die hervorragende Frost-Tau-Beständigkeit (Druckfestigkeit nach Frostzyklen 153 MPa) qualifizieren Rosso Asiago für anspruchsvolle Außenanwendungen wie Fassadenverkleidungen, Sockelausbildungen und Treppen unter Vordach. Bei sachgerechter Imprägnierung ist der Stein in mitteleuropäischen Klimaverhältnissen über lange Zeiträume witterungsstabil. Polierte Oberflächen sind allerdings im offen bewitterten Außenbereich nicht langzeitstabil; eine matte, strukturierte Oberflächenbearbeitung ist dort vorzuziehen.
Eignet sich Rosso Asiago für Küchenarbeitsplatten?
Mit Vorbehalt. Die Säureempfindlichkeit gegenüber Zitronensaft, Essig, Wein und Cola führt bei Kontakt zu mattgeätzten Stellen — eine kalksteintypische Eigenschaft, die nicht durch Imprägnierung verhindert werden kann. Die außergewöhnlich niedrige Wasseraufnahme von 0,07 % und die hohe Druckfestigkeit machen Rosso Asiago mechanisch deutlich robuster als die meisten anderen Mediterran-Kalksteine. Wer den charaktervoll alternden Kalksteinaspekt akzeptiert, erhält eine kraftvoll italienische Arbeitsfläche; wer eine fleckenfreie Oberfläche möchte, sollte säureunempfindliche Hartgesteine wie Granit oder Quarzit bevorzugen.
Welche Anwendungen sind klassisch für Rosso Asiago?
Rosso Asiago ist klassisch für Bodenflächen in Eingangshallen und Wohnräumen, Wandverkleidungen, Treppenstufen, Sockelleisten, Fensterbänke und Kamineinfassungen etabliert. Im historisch-italienischen Kontext wird der Stein auch für Restaurierungsprojekte historischer Bauten und für sakrale Architekturen eingesetzt. Bartheken-Rückwände, Tisch- und Konsolenplatten in repräsentativen Räumen ergänzen das Anwendungsspektrum. Bei Bookmatch-Verlegung entstehen besonders eindrucksvolle symmetrische Großmuster mit den knollig-brekziösen Strukturen.