Sarizzo (auch Serizzo) ist eine Trade-Group klassischer alpiner Gneise aus dem Ossola- und Simplon-Tal in Norditalien (Piemont/Lombardei) mit grauer bis grüngrauer Grundfarbe, ausgeprägtem Schwarz-Weiß-Kontrast und charakteristischer schiefriger Texturierung. Im Handel als Granit geführt — bewährter Werkstein für Bodenflächen, Treppen, Fassaden, Außenpflasterung und Küchenarbeitsplatten in alpenländischer Architekturtradition.
Petrographisch ein Gneis, im Handel als Granit geführt.
Sarizzo ist die Dialekt-Schreibweise für Serizzo — eine der klassischen Trade-Groups italienischer Alpennaturstein-Familien. Charakteristisch sind eine mittel- bis grobkörnige, deutlich schiefrige Textur in grauen bis grüngrauen Tönen mit ausgeprägtem Schwarz-Weiß-Kontrast: dunkle Biotit- und Hornblende-Bahnen wechseln sich mit hellen Quarz- und Feldspatfeldern ab und geben dem Stein seine charakteristische lebendige Materialhandschrift. Die Sarizzo-Familie umfasst drei in der Deutschen Naturstein-Datenbank dokumentierte Hauptvarianten: Sarizzo Dubino (auch Serizzo Dubino, DNSA 2028, INSK 48.6) aus Dubino bei Sondrio am Comer See, Sarizzo Sempione (auch Serizzo Sempione, DNSA 3635, INSK 48.11) aus Crevoladossola, Trasquera, Varzo und der Simplon-Region und Sarizzo Formazza (auch Serizzo Formazza, DNSA 3636, INSK 48.12) aus dem Formazza-Tal bei Premia. Bei ROSSITTIS führen wir Sarizzo für Bodenflächen, Treppenanlagen, Fassadenverkleidungen, Außenpflasterung, Sockelausbildungen, Wandverkleidungen, Küchenarbeitsplatten, Waschtischabdeckungen und projektbezogene Sonderanfertigungen.
Geologisch sind Sarizzo-Steine paläozoische Gneise aus dem alpinen Grundgebirge der norditalienischen Lombardei und des Piemonts — entstanden durch Hochdruck- und Hochtemperatur-Metamorphose granitischer und sedimentärer Ausgangsgesteine. Die deutlich sichtbare Schieferung, also die parallele Anordnung der dunklen und hellen Mineralien, ist das geologische Erkennungsmerkmal: Sie entstand durch tektonischen Druck im Verlauf der Alpenbildung, der die ursprünglich isotropen Mineralien in dünne Bahnen presste. Mineralogisch dominieren Quarz, Plagioklas, Biotit und Hornblende; je nach Steinbruch können geringe Anteile von Chlorit, Granat oder Epidot die Farbtöne in Richtung leicht grünliches Grau verschieben. Sarizzo-Gneise wurden über Jahrhunderte in der Architektur des Piemonts, der Lombardei, des Tessins und Süddeutschlands eingesetzt — sie zählen zu den traditionsreichsten alpinen Naturwerksteinen Mitteleuropas.
Die technischen Werte sind über alle drei Varianten klassische Hartgesteinswerte: Rohdichte 2.640–2.800 kg/m³, Druckfestigkeit 150–184 MPa, Biegezugfestigkeit 14–21,6 MPa. Sarizzo Dubino zeigt zusätzlich Frost-Druckfestigkeit von 170 MPa, Abriebfestigkeit von 1,00 (italienische Norm) und thermische Längenausdehnung von 0,74 mm/m/100K. Bei der Wasseraufnahme gibt es einen wichtigen Unterschied innerhalb der Familie: Sarizzo Formazza ist mit 0,31 Prozent sehr dicht und absolut unproblematisch in feuchten Anwendungen, während Sarizzo Dubino und Sarizzo Sempione mit Werten bis 2,75 Prozent eine offen-porösere Struktur haben und bei feuchten oder stark beanspruchten Bereichen eine zuverlässige Imprägnierung empfehlenswert ist. Alle drei Varianten sind frostbeständig und säurebeständig; eine Politur ist möglich und auch im Außenbereich dauerhaft. Im Vergleich zu klassischen Schweizer Alpengneisen wie Andeer Gneis oder Calanca Gneis bringt Sarizzo etwas mehr Schwarz-Weiß-Kontrast und einen leicht expressiveren Materialcharakter.
Bei ROSSITTIS ist Sarizzo als Rohplatte (Unmaßplatte), als Bodenfliese, als Tritt- und Setzstufe, als Fensterbank, als Sockelleiste, als Pflasterstein, als Fassadenelement und als projektbezogener Zuschnitt verfügbar; ebenso als Küchenarbeitsplatte und Waschtischabdeckung. Lieferbare Oberflächen sind poliert (Spiegelglanz, intensiver Schwarz-Weiß-Kontrast, repräsentative Innenwirkung — und auch im Außenbereich dauerhaft), geschliffen (gleichmäßig matt, ruhiger und alltagstauglicher), geflammt (rau, rutschhemmend, hellerer Grauton — die klassische Außenoberfläche), gestockt (grob strukturierte mechanische Bearbeitung, historische Anmutung), spaltrau (rohe Spaltfläche entlang der natürlichen Schieferungsebene), gesägt (industriell-modern) und Naturoberfläche (vom Bruch belassene rohe Optik). Die geflammte Variante ist die typische Wahl für Außentreppen, Pflasterung und alpine Architektur, die polierte für repräsentative Innenflächen und Arbeitsplatten.
Unsere ehrliche Einschätzung: Sarizzo ist einer der meistverbauten alpinen Werksteine Italiens und zählt zu den robustesten und zugleich am längsten verfügbaren europäischen Gneisen. Wer einen klassischen, langlebigen und kontrastreichen Bodenstein, Treppenstein oder Fassadenstein für anspruchsvolle Außen- und Innenanwendungen sucht, bekommt mit Sarizzo ein über Jahrhunderte erprobtes Material mit ausgezeichneter Witterungsbeständigkeit. Wichtig ist die Wahl der Variante: Formazza für sehr dichte feuchte Anwendungen, Dubino oder Sempione für klassische repräsentative Architektur. Bei der Bemusterung sollte beachtet werden, dass die Schieferungsrichtung des Gneises im Plattenbild sichtbar bleibt — das ist materialcharakteristisch und keine Qualitätsabweichung.
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Technische Daten
Richtwerte für die Gesteinssorte aus Hersteller- und Prüfberichten. Naturstein ist ein Naturprodukt — einzelne Chargen und Platten können abweichen. Bei kritischen Anwendungen (z. B. kommerzielle Außenfassade, tragende Bauteile) wird die konkrete Charge üblicherweise projektbezogen geprüft — wir unterstützen gerne bei der Koordination.
Sarizzo ist in verschiedenen Oberflächenbearbeitungen erhältlich. Die Wahl der Oberfläche beeinflusst Optik, Haptik und Pflegeaufwand.
Poliert
Spiegelglanz, intensiver Schwarz-Weiß-Kontrast, repräsentative Wirkung. Klassische Wahl für Innenflächen, Wandverkleidungen, Küchenarbeitsplatten — und (anders als bei vielen Steinen) auch im Außenbereich dauerhaft.
Geschliffen
Gleichmäßig matte Oberfläche, ruhigere Wirkung, die Schieferungstextur bleibt sichtbar, der Glanz tritt zurück. Pflegeleicht und ideal für Wohnböden und Bäder.
Geflammt
Raue, rutschhemmende Oberfläche mit hellerem Grauton durch thermische Behandlung. Die klassische Wahl für Außentreppen, Pflasterungen und alpine Außenarchitektur.
Gestockt
Grob strukturierte mechanische Bearbeitung, historische Anmutung. Klassisch für Sockelausbildungen, Denkmalsanierung und gestaltete Fassadenakzente.
Spaltrau
Rohe Spaltfläche entlang der natürlichen Schieferungsebene des Gneises. Erste Wahl für Sichtmauerwerk, Trockenmauern und alpine Sockelausbildungen.
Gesaegt
Industriell wirkende, gleichmäßige Oberfläche aus dem Sägeprozess. Geeignet für moderne Architekturkonzepte und gewerbliche Bodenflächen.
Naturoberflaeche
Vom Bruch belassene rohe Optik mit hoher Materialhandschrift. Lebendige Strukturhöhe für rustikale Anwendungen und Sichtmauerwerk.
Pflege & Verarbeitung
Sarizzo lässt sich als alpiner Gneis langfristig pflegen und problemlos reinigen. Für Küchenarbeitsplatten, Außenpflaster und stark frequentierte Bodenflächen empfehlen wir eine Imprägnierung auf Silan- oder Polysiloxanbasis — besonders bei den Varianten Dubino und Sempione mit höherer Wasseraufnahme. Bei Sarizzo Formazza ist die Imprägnierung weniger kritisch, dort genügt sie als zusätzlicher Schutz vor Flecken durch Rotwein, Kaffee oder Öl. Die laufende Reinigung erfolgt mit einem pH-neutralen Natursteinreiniger und einem weichen Mikrofasertuch oder Wischmopp; klares Wasser allein reicht für die tägliche Pflege fast immer aus. Vermeiden sollten Sie stark alkalische Grundreiniger, säurehaltige Mittel wie Essig- oder Zitronenreiniger und scheuernde Scheuerpads. Im Außenbereich ist Sarizzo frostbeständig und streusalzverträglich — Streusalzrückstände sollten im Frühjahr mit Wasser abgespült werden. Eine Auffrischung der Imprägnierung empfehlen wir je nach Beanspruchung und Variante alle drei bis fünf Jahre, bei Dubino/Sempione im Außenbereich häufiger.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Sarizzo und Serizzo?
Es handelt sich um dasselbe Material — Sarizzo ist die lokale Dialekt-Schreibweise, Serizzo die offizielle italienische Schreibweise. Beide Bezeichnungen verweisen auf dieselbe Trade-Group alpiner Gneise aus dem Ossola- und Simplon-Tal in Piemont und Lombardei.
Welche Varianten gibt es bei Sarizzo?
Drei DNSA-dokumentierte Hauptvarianten: Sarizzo Dubino aus Dubino bei Sondrio (am Comer See) — die meistverbaute klassische Variante; Sarizzo Sempione aus Crevoladossola/Trasquera/Varzo in der Simplon-Region; und Sarizzo Formazza aus dem Formazza-Tal bei Premia. Optisch sehr ähnlich, technisch unterscheidet sich vor allem die Wasseraufnahme: Formazza ist mit 0,31 Prozent deutlich dichter als Dubino/Sempione (bis 2,75 Prozent).
Welche Oberflächen gibt es bei Sarizzo?
Lieferbar sind alle gängigen Hartstein-Oberflächen: poliert (auch im Außenbereich dauerhaft), geschliffen, geflammt, gestockt, spaltrau, gesägt und Naturoberfläche. Geflammt ist die klassische Außenoberfläche für Treppen und Pflaster, poliert die Wahl für repräsentative Innenflächen und Arbeitsplatten.
Ist Sarizzo für Küchenarbeitsplatten geeignet?
Ja, sehr gut. Mit hoher Druckfestigkeit (150–184 MPa), Säurebeständigkeit und (bei Formazza) sehr niedriger Wasseraufnahme ist Sarizzo alltagstauglich für Kochalltag, Wasserkontakt und stark frequentierte Küchenflächen. Wein, Zitronensaft oder Essig hinterlassen keine Ätzspuren. Eine Imprägnierung schützt zusätzlich vor stark färbenden Substanzen wie Rotwein und Öl.
Ist Sarizzo frostbeständig?
Ja, alle Varianten sind nach DNSA frostbeständig und seit Jahrhunderten in der alpinen Architektur Norditaliens, der Schweiz und Süddeutschlands bewährt. Sarizzo Dubino zeigt eine Frost-Druckfestigkeit von 170 MPa — sehr robust auch unter wiederholtem Frost-Tau-Wechsel. Streusalzrückstände im Frühjahr abspülen.
Ist die sichtbare Schieferung im Plattenbild eine Qualitätsabweichung?
Nein, im Gegenteil — die Schieferung ist das geologische Erkennungsmerkmal des Sarizzo. Als Gneis hat das Material eine ausgeprägte richtungsorientierte Mineralbahnstruktur, die im Plattenbild als deutliche Bewegungslinien sichtbar ist. Das ist materialcharakteristisch und gewollt; bei der Verlegung kann durch bewusste Plattenausrichtung mit der Schieferungsrichtung gestaltet werden.
Wo wird Sarizzo abgebaut?
Sarizzo wird in drei norditalienischen Regionen abgebaut: bei Dubino in der Provinz Sondrio (Lombardei, am Comer See) für Sarizzo Dubino, bei Crevoladossola/Trasquera/Varzo in der Simplon-Region (Piemont) für Sarizzo Sempione und im Formazza-Tal bei Premia (Piemont) für Sarizzo Formazza. Alle drei Steinbrüche fördern aus dem alpinen Grundgebirge.