Gneis aus Schweiz

Im Sortiment unter Granit geführt.

Andeer

Andeer ist einer der traditionsreichsten Schweizer Bauwerksgesteine — ein gerichtet folierter Augen-Gneis aus dem Bruchgebiet bei der Ortschaft Andeer in der Viamala-Schlucht in Graubünden, in den Schweizer Alpen. Charakteristische grün-gräuliche Grundmasse mit subtilen grünen Schimmer-Reflexen (von Chlorit/Epidot) und hellen weißen Plagioklas-/Quarz-'Augen' im Sinne der klassischen Augen-Gneis-Struktur. International auch als Verde Andeer, Alpina und Rofna-Gneis geführt; eingesetzt für Außenfassaden, Pflasterungen, Außentreppen, Terrassenplatten, Bodenflächen, Bauwerksanwendungen mit alpiner Anmutung und denkmalpflegerische Restaurierungen mit Schweizer Werkstein-Tradition.

Andeer ist petrographisch ein Gneis (DNSA Stein 41 und 3666) — ein gerichtet folierter metamorpher Hartstein mit Augen-Struktur. Im internationalen Handel wird der Stein traditionell als 'Granit' geführt, weil er in Verarbeitung und mechanischen Eigenschaften wie ein klassischer Hartstein gehandhabt wird. Bei ROSSITTIS klassifizieren wir Andeer handelsüblich in der Granit-Familie gemäß weit verbreiteter Trade-Konvention für alpine Gneise.

Gneis Schweiz 2.670 kg/m³
Verfügbar als: Platten, Terrassenplatten, Fliesen und Boden

Andere Handelsnamen: Alpengruen, Alpina, Alpina Gneiss, Andeer Gneis, Andeer Granit, Andeer Orthogneis, Rofna-Gneis, Verde Andeer

Über Andeer

Andeer zeigt einen außergewöhnlich charaktervollen alpinen Gneis-Charakter mit der charakteristischen grünen Schweizer Anmutung. Die Grundmasse ist eine grün-gräuliche bis grau-grüne Matrix mit subtilen grünen Schimmer-Reflexen, die durch eingelagerte Chlorit- und Epidot-Mineralien entstehen — diese grüne Tönung ist das namensgebende Hauptelement, weshalb der Stein auch als 'Verde Andeer' (italienisch: 'Grüner Andeer') gehandelt wird. Über die gesamte Plattenfläche verteilen sich helle weißliche Plagioklas- und Quarz-Kristalle in eiförmigen bis länglichen 'Augen'-Strukturen — eine charakteristische Augen-Gneis-Struktur, bei der einzelne Feldspat-Kristalle während der Metamorphose plastisch verformt und zu ovalen Strukturen ausgepresst wurden. Die Mineralstruktur ist gerichtet folierte (lagig bzw. richtungsorientiert) — typisch für metamorphe Gneise. Auf polierter Oberfläche entwickelt der Stein eine satte grüne Tiefenwirkung mit klar lesbaren weißen Augen-Mustern; auf geflammt+gebürsteter Oberfläche tritt die alpine Werkstein-Charakteristik mit kraftvoller haptischer Anmutung hervor.

Im Bestand

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Technische Daten

Richtwerte für die Gesteinssorte aus Hersteller- und Prüfberichten. Naturstein ist ein Naturprodukt — einzelne Chargen und Platten können abweichen. Bei kritischen Anwendungen (z. B. kommerzielle Außenfassade, tragende Bauteile) wird die konkrete Charge üblicherweise projektbezogen geprüft — wir unterstützen gerne bei der Koordination.

Rohdichte 2.670 kg/m³
Druckfestigkeit 205,0 MPa
Biegezugfestigkeit 23,4 MPa
Wasseraufnahme 0,37 %

Oberflächen

Andeer ist in verschiedenen Oberflächenbearbeitungen erhältlich. Die Wahl der Oberfläche beeinflusst Optik, Haptik und Pflegeaufwand.

Poliert

Poliert maximiert die Tiefenwirkung der grünen Grundmasse und entwickelt einen klassischen alpinen Glanz, in dem die hellen Plagioklas-Augen plastisch hervortreten. Erste Wahl für repräsentative Innen-Wandverkleidungen, Bartheken und elegante alpine Innenflächen.

Geschliffen-c120

Geschliffen C120 zeigt das Plattenbild in matter, gleichmäßiger Anmutung mit feiner Schliffstufe. Eine zeitlose und alltagspraktische Variante für großflächige Innenböden und sachliche moderne Innenräume — die Augen-Gneis-Struktur bleibt klar lesbar.

Geflammt-gebuerstet

Geflammt + 1× gebürstet kombiniert die Hitzebearbeitung mit anschließendem feinem Bürsten. Die Oberfläche ist rutschhemmend, kontrastreicher und haptisch angenehm — die hellen Augen treten plastisch hervor und der alpine Werkstein-Charakter wirkt lebendig. Erste Wahl für klassisch-schweizer Außentreppen, Pflasterungen, Pool-Bereiche und alpine Bauwerksanwendungen.

Pflege & Verarbeitung

Andeer ist als Schweizer alpiner Gneis ein robuster Hartstein mit niedriger Wasseraufnahme (0,37 %), voller Frost- und Säurebeständigkeit und außergewöhnlich hoher Biegezugfestigkeit. Wein, Zitronensaft, Essig, Cola, Sanitärreiniger oder Entkalker hinterlassen keine Ätzspuren wie bei Marmor oder Kalkstein — der Stein ist deutlich pflegeleichter und für intensive Alltagsnutzung bestens geeignet.

Für Innenanwendungen empfehlen wir bei der Erstinstallation eine Imprägnierung auf Silan- oder Polysiloxanbasis. Bei polierten Oberflächen reicht eine Auffrischung alle 8–10 Jahre; bei stark genutzten Bodenflächen oder Außenanwendungen alle 3–5 Jahre kontrollieren.

Die tägliche Pflege erfolgt mit pH-neutralem Natursteinreiniger und einem weichen Tuch oder Mikrofaser-Wischmopp. Klares warmes Wasser reicht meist aus. Säurehaltige Reiniger sind grundsätzlich unproblematisch, sollten aber dennoch nicht verwendet werden, weil sie die Imprägnierung angreifen können. Im Außenbereich sollten Schmutz, Moos und Tausalzrückstände regelmäßig entfernt werden — die foliierte Mineralstruktur kann bei längerer Vernachlässigung in den feinen Glimmer-Linien Schmutz oder Moos halten.

Für Außenanwendungen ist Andeer hervorragend geeignet — der Stein hat seine außergewöhnliche Witterungsstabilität in alpinen Klimabedingungen über Jahrhunderte an Schweizer Bauwerken bewährt. Die hohe Biegezugfestigkeit (23,4 MPa) qualifiziert den Stein besonders für hochbelastete Pflasterungen und Bauwerksanwendungen. Polierte Außenflächen können in stark UV-belasteten Lagen nach Jahren minimale Glanzeinbußen zeigen — für klassisch-alpine Außenfassaden empfehlen wir geflammt + gebürstet, weil diese Oberfläche die volle Witterungsstabilität bietet und gleichzeitig Rutschhemmung gewährleistet.

Für Pflasterungen ist Andeer eine traditionsreiche Schweizer Wahl — die hohe Druckfestigkeit, die Biegezugfestigkeit und die ausgezeichnete Frostbeständigkeit qualifizieren den Stein für hochbelastete Stadtkern-Pflasterungen, alpine Bauwerksanwendungen, Bordsteine und Plätze. Für Pflasterungen mit Fahrzeugverkehr empfehlen wir Plattenstärken von mindestens 30–40 mm.

Für Pool-Umrandungen, Außenterrassen und Brunneneinfassungen ist eine geflammte oder sandgestrahlte Oberfläche Pflicht — auf polierten Außenflächen besteht hohe Rutschgefahr bei Nässe. In Bereichen mit häufigem Salzkontakt empfehlen wir eine zusätzliche Imprägnier-Auffrischung alle 3 Jahre. Andeer ist als alpiner Werkstein durch die jahrhundertelange Bewährung in Schweizer Wintern besonders streusalz-tolerant.

Häufige Fragen

Was ist Andeer geologisch?

Andeer ist ein präkambrischer bis paläozoischer alpiner Gneis aus dem Schweizer Granit/Gneis-Komplex der Adula-Decke. Die Brüche liegen in der Region Andeer in der Viamala-Schlucht in Graubünden, im Süden der Schweiz nahe der italienischen Grenze. Petrographisch ein gut foliierter Gneis mit charakteristischen Augen-Strukturen aus weißen Plagioklas-/Quarz-Kristallen. Die grüne Tönung stammt aus eingelagerten Chlorit- und Epidot-Mineralien. DNSA führt das Material unter zwei Einträgen (Stein 41 und 3666).

Welche Synonyme gibt es?

Andeer läuft im internationalen Handel auch unter den Bezeichnungen Verde Andeer (italienische Schreibvariante — der weit verbreitete italienische Trade-Name 'Grüner Andeer'), Alpina, Rofna-Gneis (nach dem benachbarten Rofna-Talgebiet), Andeer Gneis und Swiss Green Gneiss. Alle Bezeichnungen verweisen auf den gleichen Schweizer Augen-Gneis aus dem Andeer-Bruchgebiet.

Welche technischen Werte hat Andeer?

Außergewöhnlich starke Werte: Rohdichte 2.670 kg/m³, Druckfestigkeit 190–220 MPa (sehr hoch), Biegezugfestigkeit außergewöhnlich hohe 23,4 MPa (deutlich über typischen Granit-Werten — typisch für gut foliierten Augen-Gneis), Wasseraufnahme 0,37 %, Mohshärte 6–7. Volle Frost- und Säurebeständigkeit als Silikatgestein bestätigt. Diese Werte qualifizieren Andeer voll für anspruchsvolle alpine Außenanwendungen mit Frost-Tausalz-Belastung.

Was sind die weißen Augen in Andeer?

Die hellen weißen 'Augen' in Andeer sind eiförmige bis längliche Plagioklas- und Quarz-Kristall-Domänen, die während der Metamorphose entstanden sind. Aus dem ursprünglichen Granit-Protolith wurden bei tektonischer Kompression einzelne Feldspat-Kristalle plastisch verformt und in der grün-grauen Matrix zu ovalen Strukturen ausgepresst. Diese Augen-Gneis-Struktur ist namensgebend für die italienische Bezeichnung 'Ghiandonata' (mit Augen) und ist charakteristisch für alpine Gneise aus der Schweiz und Norditalien.

Andeer oder Serizzo Monte Rosa?

Beide sind alpine Augen-Gneise aus dem Schweiz-italienischen Alpenkomplex und haben ähnliche petrographische Eigenschaften. Serizzo Monte Rosa (italienisch, aus dem Ossola-Tal in Piemont) ist neutraler silbrig-grau ohne grüne Tönung — die klassische italienische Variante. Andeer (Schweizer, Graubünden) hat charakteristische grüne Schimmer-Reflexe und gilt als die typische Schweizer Variante mit alpiner Werkstein-Tradition. Beide eignen sich für ähnliche Anwendungen; die Wahl ist primär eine ästhetische Entscheidung zwischen neutral-grau (Serizzo) und grün (Andeer).

Eignet sich Andeer für Pflasterungen?

Hervorragend geeignet — und das ist eine der wichtigsten traditionellen Anwendungen. Die hohe Druckfestigkeit (190–220 MPa), die außergewöhnliche Biegezugfestigkeit (23,4 MPa) und die ausgezeichnete Frostbeständigkeit qualifizieren den Stein für hochbelastete Stadtkern-Pflasterungen, alpine Bauwerksanwendungen, Bordsteine und Plätze. Andeer wird in der Schweiz seit Jahrhunderten für klassische Pflasterungsanwendungen verwendet — die jahrhundertelange Bewährung in alpinen Klimabedingungen ist über Generationen bewiesen. Für Pflasterungen mit Fahrzeugverkehr empfehlen wir Plattenstärken von mindestens 30–40 mm.

Welche Oberflächen gibt es bei Andeer?

Standardlieferung in drei Oberflächen: poliert (klassischer Glanz mit voller grüner Tiefenwirkung), geschliffen C120 (matt, ruhig — sehr beliebt für Bodenflächen) und geflammt + 1× gebürstet (rutschhemmend mit angenehmer Haptik — erste Wahl für Außentreppen, Pflasterungen und alpine Bauwerksanwendungen).

Eignet sich Andeer für denkmalpflegerische Restaurierungen?

Hervorragend geeignet — und das ist eine traditionelle Hauptanwendung. Andeer wird seit Jahrhunderten für Schweizer Bauwerke, Pflasterungen und Außentreppen verwendet. Für Restaurierungen historischer Schweizer Bauten, denkmalpflegerische Anwendungen und alpine Werkstein-Tradition ist Andeer die authentische Wahl mit der erforderlichen Material-Authentizität und langfristigen Witterungsstabilität in alpinen Klimabedingungen.

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