Gneis aus Schweiz

Im Sortiment unter Granit geführt.

Verde Evolene

Verde Evolene (auch Vert d'Evolène, Pîrra Teindra, Verde Evolène, Vert d'Hérens oder Swiss Green Gneiss) ist ein seltener alpiner Schweizer metamorpher Werkstein aus dem Val d'Hérens bei Evolène im Wallis mit dunkel-anthrazitgrüner Grundmasse, durchzogen von leuchtend cremeweißen bis hellgrauen Quarzaderführungen mit klassisch direktionaler bandgneis-typischer Struktur. Außergewöhnlich hochfest (154,3 MPa Druckfestigkeit, hohe Rohdichte 2.918 kg/m³) und alpin-frostbeständig — eingesetzt für Kamineinfassungen, Wandverkleidungen, Waschtische, Bodenflächen, Skulpturen und repräsentative Innenausbauten mit alpin-rustikalem Schweizer Charakter und kulturhistorischer Tiefe.

Petrographisch handelt es sich um einen seltenen metamorphen Werkstein mit ophiolitisch-ultramafischer Herkunft, der im Steinhandel als Gneis klassifiziert wird, mineralogisch aber besser als Serpentinit oder serpentinit-haltiger Metamorphit zu beschreiben ist. Die Mineralzusammensetzung aus Talk, Serpentin, Chlorit und Karbonat ist im Alpenraum extrem selten (weniger als 1 % der alpinen Hartgesteine). Im Steinhandel als „Granit"/„Gneis" geführt — die ungewöhnliche niedrige Härte erlaubt traditionelle Bearbeitung mit Holzbearbeitungswerkzeugen, eine im modernen Naturwerkstein-Markt einzigartige Eigenschaft.

Gneis Schweiz 2.918 kg/m³
Verfügbar als: Platten

Andere Handelsnamen: Evolene Quartzite, Evolene Stone, Pierre Evolene, Pîrra Teindra, Verde Evolene Granite, Verde Evolene Prasinit, Vert De Evolene Gneiss, Vert Evolene Gneiss, Vert Evolène Gneiss, Vert d'Evolène

Über Verde Evolene

Vert d'Evolène ist ein außergewöhnlich seltener und kulturhistorisch bedeutender alpiner Werkstein aus dem Val d'Hérens bei der Gemeinde Evolène im Schweizer Kanton Wallis. Der Stein wird seit prähistorischer Zeit — nachweislich seit der Steinzeit — von alpinen Handwerkern und Kunsthandwerkern verarbeitet, was ihm eine außergewöhnliche kulturhistorische Tiefe verleiht. Im lokalen frankoprovenzalischen Dialekt wird der Stein „Pîrra teindra" („weicher Stein") genannt — ein Hinweis auf seine ungewöhnlich niedrige Härte für einen dekorativen Stein, die ihn mit Holzbearbeitungswerkzeugen wie Sägen und Drechselbänken bearbeitbar macht. Diese Bearbeitbarkeit ist das technische Wesensmerkmal des Steins und resultiert aus seiner ungewöhnlichen Mineralzusammensetzung aus Talk, Serpentin, Karbonat und Chlorit — eine Mineralogie, die im Alpenraum extrem selten ist (weniger als 1 % der alpinen Hartgesteine zeigen diese Lithologie). Im internationalen Markt wird der Stein unter mehreren parallelen Handelsnamen geführt: Verde Evolene (italienisierte Schreibweise), Vert d'Evolène (französische Originalschreibweise), Pîrra Teindra (lokaler frankoprovenzalischer Name), Vert d'Hérens (Verweis auf das Val d'Hérens) und Swiss Green Gneiss (englische Vermarktung).

Im Bestand

Aktuelle Verfügbarkeit aus unserem Lager.

Technische Daten

Richtwerte für die Gesteinssorte aus Hersteller- und Prüfberichten. Naturstein ist ein Naturprodukt — einzelne Chargen und Platten können abweichen. Bei kritischen Anwendungen (z. B. kommerzielle Außenfassade, tragende Bauteile) wird die konkrete Charge üblicherweise projektbezogen geprüft — wir unterstützen gerne bei der Koordination.

Rohdichte 2.918 kg/m³
Druckfestigkeit 154,3 MPa
Biegezugfestigkeit 14,4 MPa
Wasseraufnahme 0,70 %

Anwendungseignung

Besonders geeignet für

Oberflächen

Verde Evolene ist in verschiedenen Oberflächenbearbeitungen erhältlich. Die Wahl der Oberfläche beeinflusst Optik, Haptik und Pflegeaufwand.

Satiniert

Die satinierte Oberfläche entsteht durch Bürsten, das weichere Minerale gezielt entfernt und der Fläche eine leichte Tiefe gibt. Mattes Erscheinungsbild mit subtiler Lichtreflexion und haptisch warmer Wirkung. Pflegeleicht, kratzunempfindlich und alltagstauglich — beliebte Alternative zur Politur in modernen Küchen und Wohnräumen.

Pflege & Verarbeitung

Vert d'Evolène ist als alpiner metamorpher Werkstein mit serpentinit-haltiger Mineralogie ausgesprochen pflegeleicht — die Mineralogie macht den Stein säureunempfindlich gegenüber Zitronensaft, Essig, Wein, Cola und allen haushaltsüblichen Säuren. Im Innenbereich genügt für die tägliche Reinigung warmes Wasser mit pH-neutralem Steinreinigungsmittel; aggressive Haushaltsreiniger und scheuernde Schwämme sind unnötig. Die ungewöhnlich niedrige Härte (Talk-/Serpentin-Mineralogie) macht den Stein etwas empfindlicher gegenüber Kratzern und mechanischer Beanspruchung als typische Granite — bei Tisch- und Konsolenplatten sollten Schneidearbeiten auf separaten Schneidebrettern erfolgen. Eine professionelle Imprägnierung nach der Verlegung sowie alle 2 bis 3 Jahre wird im Innenbereich empfohlen, um die Aufnahme von Pigmenten zu reduzieren — die moderate Wasseraufnahme von 0,7 % macht den Stein etwas pflegesensitiver als typische Granite. Bei Kamineinfassungen, der traditionellen Schweizer Hauptanwendung, ist die Hitzebeständigkeit hervorragend. Im Außenbereich reicht regelmäßige Reinigung mit klarem Wasser; bei Grünbelag-Befall in schattigen Lagen können handelsübliche Algen- und Moosreiniger eingesetzt werden. Streusalz im Winter sollte gemieden werden — die ungewöhnliche Mineralogie ist gegenüber Salzkristallisationen empfindlicher als reine Granite.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Bezeichnung „Pîrra Teindra"?

„Pîrra Teindra" ist die Bezeichnung des Steins im lokalen frankoprovenzalischen Dialekt von Evolène im Schweizer Wallis und bedeutet „weicher Stein". Diese Bezeichnung verweist auf die ungewöhnlich niedrige Härte des Steins für einen dekorativen Werkstein, die ihn mit Holzbearbeitungswerkzeugen wie Sägen und Drechselbänken bearbeitbar macht. Diese Bearbeitbarkeit ist das technische Wesensmerkmal des Steins und resultiert aus seiner ungewöhnlichen Mineralzusammensetzung aus Talk, Serpentin, Karbonat und Chlorit. Vert d'Evolène, Verde Evolene, Verde Evolène, Pîrra Teindra, Vert d'Hérens und Swiss Green Gneiss sind synonyme Handelsnamen für dasselbe Material.

Was macht Vert d'Evolène so selten?

Vert d'Evolène ist eine der seltensten alpinen Werksteine — weniger als 1 % der alpinen Hartgesteine zeigen die spezifische Mineralzusammensetzung aus Talk, Serpentin, Chlorit und Karbonat. Diese Mineralogie deutet auf eine ophiolitisch-ultramafische Herkunft, also Entstehung aus ehemals ozeanisch-magmatischen Ausgangsgesteinen, die während der alpinen Gebirgsbildung tektonisch in die heutige Krustenposition transportiert und metamorphisiert wurden. Die geographische Beschränkung auf die Steinbruchregion bei Evolène im Val d'Hérens (Kanton Wallis) und die einzigartige Mineralcharakteristik machen den Stein zu einer spezifischen Schweizer Naturwerkstein-Tradition mit kulturhistorischem Wert.

Was ist die historische Bedeutung von Vert d'Evolène?

Vert d'Evolène wird seit prähistorischer Zeit — nachweislich seit der Steinzeit — von alpinen Handwerkern und Kunsthandwerkern verarbeitet. Die ungewöhnliche Bearbeitbarkeit mit Holzbearbeitungswerkzeugen machte den Stein zu einem der frühesten dekorativen Werksteine der Alpen. Traditionell wurde er für Kamineinfassungen (eine zentrale Anwendung in den Schweizer Bergregionen), Skulpturen, Drechselarbeiten und Ornamente verwendet. Diese Tradition wird bis heute gepflegt — Vert d'Evolène ist einer der wenigen Naturwerksteine im modernen Markt mit einer ununterbrochenen handwerklichen Verarbeitungstradition seit der Steinzeit.

Eignet sich Vert d'Evolène für Skulpturen und Kunstanwendungen?

Ja, hervorragend. Die ungewöhnlich niedrige Härte des Steins (Talk-/Serpentin-Mineralogie) macht ihn ideal für skulpturale und drechselnde Bearbeitung — er kann sogar mit Holzbearbeitungswerkzeugen wie Sägen und Drechselbänken bearbeitet werden, eine Eigenschaft, die in der Alpen-Steinmetzkunde seit der Steinzeit geschätzt wird. Diese Anwendung ist im modernen Naturwerkstein-Markt einzigartig und macht Vert d'Evolène zu einem besonderen Material für Kunsthandwerker, Bildhauer und für Architekturanwendungen mit handwerklich-kunsthandwerklichem Charakter.

Eignet sich Vert d'Evolène für Küchenarbeitsplatten?

Mit kleinen Vorbehalten. Die Säurebeständigkeit dank serpentinit-haltiger Mineralogie ist gegeben — der Stein widersteht Zitronensaft, Essig und Wein. Die ungewöhnlich niedrige Härte macht den Stein jedoch etwas empfindlicher gegenüber Kratzern als typische Granite — bei intensivem Küchengebrauch sollten Schneidearbeiten auf separaten Schneidebrettern erfolgen. In Designküchen mit Wunsch nach alpin-rustikaler oder Schweizer-historischer Anmutung ist der Einsatz möglich; für intensive Familienküchen mit hoher mechanischer Beanspruchung sind robustere Granite oder Quarzite die geeignete Wahl.

Eignet sich Vert d'Evolène für Kamineinfassungen?

Hervorragend — Kamineinfassungen sind die traditionelle Schweizer Hauptanwendung des Steins seit Jahrhunderten. Die hohe Hitzebeständigkeit, die alpin-rustikale Materialhandschrift und die kulturhistorische Verbindung zu Schweizer Wohntraditionen machen Vert d'Evolène zur klassischen Wahl für Kamineinfassungen in alpinen Wohnsälen, traditionellen Bergchalets und auch in modernen Designkonzepten mit Wunsch nach Schweizer Identität. Die thermische Beanspruchung am Kamin ist für den Stein unproblematisch.

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