Kalkstein aus Italien

Apulia Beige

Apulia Beige ist ein warm cremig-beiger süditalienischer Biokalkstein aus der Region Apulien (Puglia) – im internationalen Stein­handel als „italienischer Marmor" geführt, petrographisch ein fossil­reicher Plattform­kalkstein. Die Tafel zeigt einen warmen, leicht sandig wirkenden Cremeton mit deutlich sichtbaren weißlich-perligen Calcit-Einschlüssen, vereinzelten dunkleren beige-grauen Stylolith-Wolken und feinen schwarz-grauen Aderverläufen. Bei ROSSITTIS verarbeiten wir Apulia Beige zu klassischen Wandverkleidungen, Innenböden, Treppen, Bad­ausbauten, Fensterbänken und mediterran-eleganten Akzent­elementen mit warmer süditalienischer Naturstein-Anmutung.

Petrographisch ein fossil­reicher Plattform­kalkstein aus der süditalienischen Region Apulien (Puglia) – ein sediment­äres Karbonat­gestein aus der Kreide bis Jura, abgelagert in einem flachen tropischen Schelfmeer der adriatisch-apulischen Karbonat­plattform. Im internationalen Stein­handel wird die Sortierung als „italienischer Marmor" geführt; petrographisch ist sie ein Kalkstein und kein metamorpher Marmor im engeren geologischen Sinn. Mineralogisch dominiert Calcit – damit voll säure­empfindlich, polierbar, mit sichtbaren weißlich-perligen Calcit-Einschlüssen aus sekundärer Calcit-Ersetzung fossiler Schalen.

Kalkstein Italien
Verfügbar als: Platten

Andere Handelsnamen: Apricena Beige, Apricena Stone, Crema Beige

Über Apulia Beige

Hintergrund. Apulia Beige ist einer der etablierten süditalienischen Werksteine und gehört zur Familie der apulischen Plattform­kalksteine, die seit der Antike in Süditalien verbaut werden. Die Region Apulien (Puglia) ist eine der historisch reichsten italienischen Werkstein-Regionen mit klassischen Sortierungen wie Pietra di Trani, Pietra di Apricena, Pietra Leccese, Bianco Avorio und Crema d'Orchidea. Diese Sortierungen prägten die Architektur der barocken Innenstädte (Lecce, Trani, Bari, Ostuni) und werden bis heute für hochwertige Innenausbau- und Werkstein-Anwendungen verwendet.

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Oberflächen

Apulia Beige ist in verschiedenen Oberflächenbearbeitungen erhältlich. Die Wahl der Oberfläche beeinflusst Optik, Haptik und Pflegeaufwand.

Satiniert

Die Oberfläche wird gebürstet — weichere Minerale werden gezielt entfernt, es entsteht eine subtile Tiefe und mattes Erscheinungsbild. Besonders geaderte Kalksteine erhalten so eine charaktervolle Optik und Haptik. Die mattere Veredelung kaschiert kleine Ätzungen besser als poliert und ist alltagstauglicher für stark beanspruchte Innenflächen.

Pflege & Verarbeitung

Reinigung. Im Alltag genügen warmes Wasser, ein weiches Tuch oder ein sauberer Mopp und ein pH-neutraler Natursteinreiniger. Geeignet sind milde Allzweckreiniger ohne Säure­anteil und milder Spülmittelschaum. Verschüttete Flüssigkeiten zügig aufnehmen – das Material ist säure­empfindlich, jeder Tropfen Essig, Wein, Zitrone, Tomate oder Cola kann auf der Materialoberfläche eine Ätz­spur hinterlassen.

Nicht verwenden. Säure­haltige Reiniger jeder Art – Entkalker (Essig, Zitronen­säure, Ameisensäure), Sanitär­reiniger mit Säure­anteil, WC-Reiniger, Felgenreiniger, Backofen-Sprays. Auch verdünnte Säuren ätzen Calcit-Gesteine sofort an und hinterlassen matte Stellen, die nur durch professionelles Nach­polieren behoben werden können. Aggressive Scheuer­schwämme oder schleifende Pasten sind ebenfalls tabu.

Imprägnierung. Empfohlen für alle Anwendungen mit Wasser- oder Verschmutzungs­risiko – Bad, Küche, Eingangsbereich, Außen­flächen. Eine Imprägnierung mit Stein­schutz auf Silan-/Siloxan-Basis schützt vor Fett-, Öl- und Wasser­flecken, kann die Säure­empfindlichkeit aber nicht aufheben. Die Imprägnierung sollte regelmäßig (alle 2 – 5 Jahre je nach Belastung) aufgefrischt werden.

Küche und Bad. Im Bad einsatzbar als Wand- und Boden­fliese, Waschtisch und Dusche – mit fachgerechter Abdichtung und Imprägnierung. Achtung: Anti-Kalk-Sprays und Bad­reiniger mit Säure­anteil unbedingt vermeiden, weil sie die Calcit-Oberfläche sofort matt ätzen. In der Küche als Arbeitsplatte nur eingeschränkt empfehlenswert – Wein, Essig, Zitrone und Tomatensaft hinterlassen auf der Materialoberfläche sichtbare Ätz­spuren. Wer die warm-mediterrane Optik in der Küche wünscht, sollte eine mattere Oberflächenbearbeitung mit Premium-Imprägnierung wählen — Ätz­spuren bleiben auf solchen Veredelungen optisch deutlich weniger sichtbar.

Boden und Treppe. Klassische Anwendung für ruhige bis mittel­frequentierte Bereiche. Auf hellen Böden ist eine konsequente regelmäßige Reinigung wichtig, weil Lauf­spuren, getrocknete Wasser­tropfen und kleine Verschmutzungen sichtbarer sind als auf dunklen Sortierungen. Für stark beanspruchte Eingangsbereiche und gewerbliche Boden­flächen empfehlen wir eine mattere Oberflächenbearbeitung mit Premium-Imprägnierung. Für Treppen mit Außen-Wasserkontakt sollte eine rutschhemmende Sonderbearbeitung mit zertifizierter Rutschhemmung gewählt werden.

Außen. Eingeschränkt geeignet. Mit einer matteren bzw. rutschhemmend strukturierten Oberflächenbearbeitung und sorgfältiger Verlegung mit guter Entwässerung kann Apulia Beige außen eingesetzt werden – wir empfehlen aber die Anwendung unter Vordach oder Loggia. Eine polierte Außen­anwendung verliert in mitteleuropäischem Klima durch Niederschlag und Frost-Tau-Wechsel binnen weniger Jahre ihren Glanz. Frost­beständigkeit ist materialcharge­abhängig und sollte bei direkter Witterungsexposition mit Probe-Verlegung verifiziert werden.

Kratzer und Reparatur. Bei matten Stellen, Ätz­spuren oder leichten Kratzern kann ein spezialisierter Stein­metz- oder Fugen­technik-Betrieb die Materialoberfläche mit Diamant­pasten örtlich nachbearbeiten. Tiefere mechanische Beschädigungen lassen sich teilweise mit eingefärbten Calcit-basierten Reparatur­mörteln kaschieren.

Häufige Fragen

Was ist Apulia Beige für ein Material?

Petrographisch ein fossil­reicher Plattform­kalkstein aus der süditalienischen Region Apulien (Puglia) – ein sediment­äres Karbonat­gestein, das sich vor 100 – 150 Millionen Jahren in einem warmen tropischen Schelfmeer der adriatisch-apulischen Karbonat­plattform abgelagert hat. Im internationalen Stein­handel wird Apulia Beige als „italienischer Marmor" geführt – das ist eine kommerzielle Klassifikation für alle polier­fähigen Karbonat­gesteine, kein geologischer Marmor-Begriff. Die Sortierung gehört zur klassischen Familie der süditalienischen Werksteine, zu der auch Pietra di Trani, Pietra di Apricena und Pietra Leccese gehören.

Welche Optik hat Apulia Beige genau?

Ein warmes, leicht sandig wirkendes Cremebeige bis Honig-Beige als Grundton, durchsetzt von charakteristischen weißlich-perligen Calcit-Einschlüssen (sekundärer Calcit-Ersatz fossiler Schalen, oft 2 – 15 mm groß), vereinzelten dunkleren beige-grauen stylolithischen Wolken­strukturen und feinen schwarz-grauen Aderverläufen. Die Sortierung wirkt mediterraner und lebhafter als ruhig-homogene Beige-Sortierungen wie Crema Marfil, ohne in den rustikalen Bereich von Travertinen zu kippen.

Welche technischen Werte hat Apulia Beige?

Typische Werte für vergleichbare süditalienische Plattform­kalksteine: Rohdichte 2.500 – 2.700 kg/m³, Druckfestigkeit 80 – 130 MPa, Biegefestigkeit 8 – 14 MPa, Wasseraufnahme 0,3 – 0,8 %, Mohs-Härte etwa 3 (Calcit). Damit liegt die Sortierung im mittleren Bereich der italienischen Plattform­kalksteine. Säure­empfindlich (calcitisch). Frost­beständigkeit material­charge­abhängig. Konkrete Charge-Werte können zwischen einzelnen Lieferungen abweichen – auf Anfrage stellen wir das aktuelle Prüfzertifikat zur Verfügung.

Ist Apulia Beige für Küchen­arbeitsplatten geeignet?

Eingeschränkt. Wein, Essig, Zitrone, Tomatensaft und Cola hinterlassen auf der Materialoberfläche sichtbare Ätz­spuren. Wer die warm-mediterrane Optik mit fossilen Strukturen in der Küche wünscht, sollte eine mattere Oberflächenbearbeitung mit Premium-Imprägnierung wählen. Für eine säure­feste Küchen­arbeitsplatte mit ähnlicher Optik empfehlen wir den Wechsel zu einem Quarzit oder einer Sinterkeramik.

Ist Apulia Beige für Außen­flächen geeignet?

Eingeschränkt. Mit einer matteren bzw. rutschhemmend strukturierten Oberflächenbearbeitung und sorgfältiger Verlegung mit guter Entwässerung kann Apulia Beige außen eingesetzt werden – wir empfehlen aber die Anwendung unter Vordach oder Loggia. Eine polierte Außen­anwendung verliert in mitteleuropäischem Klima durch Niederschlag und Frost-Tau-Wechsel binnen weniger Jahre ihren Glanz. Frost­beständigkeit ist material­charge­abhängig.

Welche Reiniger darf ich verwenden?

Erlaubt sind warmes Wasser, alle pH-neutralen Stein- und Allzweck­reiniger und milder Spülmittel­schaum. Tabu sind alle säure­haltigen Reiniger – Entkalker, Anti-Kalk-Sprays mit Säure­anteil, WC-Reiniger, Felgenreiniger, Backofen-Sprays. Auch verdünnter Essig oder Zitronen­saft hinterlässt sofort matte Ätz­stellen, die nur durch professionelles Nach­polieren behoben werden können.

Apulia Beige oder Crema Marfil?

Apulia Beige (süditalienischer Plattform­kalkstein aus Apulien) wirkt fossil-bewegter und mediterraner mit sichtbaren weißlich-perligen Calcit-Einschlüssen und kraftvolleren Strukturen. Crema Marfil (spanischer Plattform­kalkstein aus Pinoso/Alicante) ist ruhiger und homogener mit gleichmäßigerer Beige-Färbung und feineren, weniger dominanten Strukturen. Beide sind säure­empfindliche Calcit-Gesteine mit identischem Pflege­profil – die Wahl ist eine Stilentscheidung zwischen lebendiger fossil-mediterraner Wirkung (Apulia Beige) und ruhiger eleganter Wirkung (Crema Marfil).

Apulia Beige oder Perlato Sicilia?

Beide sind fossil­reiche süditalienische Plattform­kalksteine mit charakteristischen weißlich-perligen Calcit-Einschlüssen. Apulia Beige (Apulien) ist warm-cremig mit schwarz-grauen Aderverläufen; Perlato Sicilia (Sizilien, Custonaci) ist sandig-warm mit honig­farbenen stylolithischen Adern. Beide haben identisches Pflege­profil – die Wahl ist eine Stil- und Tonwert-Entscheidung.

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