Kalkstein aus Spanien

Bateig Diamante

Bateig Diamante (auch „Piedra Bateig", „Piedra Novelda" oder „Ibero Limestone") ist ein creme- bis sandbeiger spanischer Kalkarenit aus den Steinbrüchen von Novelda in der Provinz Alicante (Region Valencia) – einer der bedeutendsten und meist­verbauten Werksteine der spanischen Mittelmeer­küstenarchitektur. Die Tafel zeigt einen sehr gleichmäßigen warmen Sand-Beige-Grundton mit feiner körniger Struktur, ohne sichtbare Aderung oder Fossil­dominanz – eine ruhige, nahezu monochrome Werkstein-Anmutung. Bei ROSSITTIS verarbeiten wir Bateig Diamante zu Fassaden­elementen, Wandverkleidungen, Sockel­bekleidungen, Werkstein-Bauteilen, Fensterbänken, Säulen, Stiegen-Verkleidungen und mediterran-architektonischen Akzenten mit klassischer spanischer Werkstein-Wirkung.

Petrographisch ein Kalkarenit (calcarenite) aus der Kreidezeit – ein körniger, sandig wirkender Kalkstein aus Calcit-Klasten und Mikrofossil-Fragmenten, abgelagert im flachen Schelfmeer der iberischen Kreide­plattform. Die Sortierung wird im internationalen Stein­handel teilweise fälschlich der Sandstein-Familie zugeordnet – tatsächlich ist sie mineralogisch ein Kalkstein (Calcit-dominiert). Lagerstätte: Novelda und Elda, Provinz Alicante, Region Valencia, Süd-Ost-Spanien. Verbreitete alternative Handels­namen: „Piedra Bateig", „Piedra Novelda", „Ibero Limestone". Mineralogisch dominiert Calcit – damit voll säure­empfindlich und mit eingeschränkter Polier­barkeit (nur Feinschliff, kein Hochglanz).

Kalkstein Spanien 2.200 kg/m³
Verfügbar als: Platten

Andere Handelsnamen: Bateig Limestone, Ibero Limestone, Piedra Bateig, Piedra Bateig Diamante, Piedra Di Bateig Diamante

Über Bateig Diamante

Hintergrund. Bateig Diamante ist einer der ikonischsten Werksteine Spaniens und gehört zu den bedeutendsten Bau- und Fassaden­steinen der mediterranen Architektur. Die Sortierung wird seit dem 19. Jahrhundert für klassische, neoklassizistische und Modernismo-Bauten in Valencia, Alicante, Madrid und Barcelona verwendet – sie ist Teil der Bauidentität der spanischen Mittelmeer­küste. Modernismo-Architekten (Antoni Gaudí und seine Zeitgenossen) wählten den Bateig wegen seiner exzellenten Bearbeitbarkeit für ornamentale Fassaden­details, Säulen, Reliefs und plastische Werksteinarbeiten. Heute wird der Stein im wachsenden Maße auch international für hochwertige Fassaden­projekte verwendet.

Im Bestand

Aktuelle Verfügbarkeit aus unserem Lager.

Technische Daten

Richtwerte für die Gesteinssorte aus Hersteller- und Prüfberichten. Naturstein ist ein Naturprodukt — einzelne Chargen und Platten können abweichen. Bei kritischen Anwendungen (z. B. kommerzielle Außenfassade, tragende Bauteile) wird die konkrete Charge üblicherweise projektbezogen geprüft — wir unterstützen gerne bei der Koordination.

Rohdichte 2.200 kg/m³
Druckfestigkeit 36,3 MPa
Biegezugfestigkeit 12,8 MPa
Wasseraufnahme 5,80 %
Säurebeständig Nein

Anwendungseignung

Bedingt geeignet

Oberflächen

Bateig Diamante ist in verschiedenen Oberflächenbearbeitungen erhältlich. Die Wahl der Oberfläche beeinflusst Optik, Haptik und Pflegeaufwand.

Geschliffen-c220

Die geschliffene C220-Variante ist die Stamm­oberfläche bei ROSSITTIS und am Lager direkt verfügbar. Mit feinem matten Schliff trägt sie die ruhige werksteinartige Komposition optimal – die Tafel zeigt minimale Spiegelung und einen warm-mediterranen Charakter. Klassische Wahl für Fassaden, Wandverkleidungen und Sockel­bekleidungen.

Sägerau

Sägerau zeigt die Schnittstruktur ungeschliffen – funktional und mit klarer Linien­führung, geeignet für rohe industrielle Architektur und Werkstein-Anwendungen.

Sandgestrahlt

Sandgestrahlt erzeugt eine fein-raue, samtig wirkende Oberfläche mit moderater Rutschhemmung und reduzierter Spiegelung – beliebte Wahl für Fassaden­details und bewitterte Außenelemente.

Gebürstet

Gebürstet ergibt eine fein strukturierte Oberfläche mit weicher Haptik und gedämpftem Glanz – beliebte Wahl für moderne Fassaden­konzepte und mediterrane Wandverkleidungen.

Gestockt

Gestockt zeigt eine markante taktile Oberfläche mit traditionell-handwerklichem Charakter – klassische Bearbeitung für Werkstein-Bauteile, Säulen­schäfte, Sockel und Außenelemente.

Antik

Die antik bearbeitete Variante (mehrstufig getrommelt und säure-leicht angeraut) zeigt eine warm-mediterrane, leicht patinierte Anmutung – klassische Wahl für historische Renovierungen, mediterran-rustikale Architektur­konzepte und ornamentale Werkstein-Arbeiten.

Getrommelt

Getrommelt rundet Ecken und Kanten leicht ab und ergibt eine antik-weichwirkende Oberfläche – beliebt für Pflaster, Stufen­vorderkanten und gestaltete Außenflächen.

Geledert

Geledert (Leather-Finish) verbindet samtige Haptik mit warmer Werkstein-Wirkung. Die Oberfläche zeigt eine fein-noppige Anmutung – moderne Wahl für Innenwandverkleidungen.

Säurebehandelt

Mit säure-leichter Anrauung der Oberfläche, die die fein-körnige Struktur betont und die Politur reduziert.

Pflege & Verarbeitung

Reinigung. Im Alltag genügen warmes Wasser, ein weiches Tuch und ein pH-neutraler Natursteinreiniger. Geeignet sind milde Allzweckreiniger ohne Säure­anteil und milder Spülmittelschaum. Verschüttete Flüssigkeiten zügig aufnehmen – das Material ist säure­empfindlich und durch die hohe Porosität auch für tiefer eindringende Pigment­flecken (Wein, Kaffee, Tinte, Öle) anfällig.

Nicht verwenden. Säure­haltige Reiniger jeder Art – Entkalker (Essig, Zitronen­säure, Ameisensäure), Sanitär­reiniger mit Säure­anteil, WC-Reiniger, Felgenreiniger, Backofen-Sprays. Auch verdünnte Säuren ätzen Calcit-Gesteine sofort an und hinterlassen matte Stellen. Aggressive Scheuer­schwämme oder schleifende Pasten sind ebenfalls tabu.

Imprägnierung. Dringend empfohlen für alle Anwendungen mit Wasser- oder Verschmutzungs­risiko. Aufgrund der hohen Wasseraufnahme von 5,8 % ist Bateig Diamante deutlich offenporiger als dichte Kalksteine und braucht eine Premium-Imprägnierung mit Stein­schutz auf Silan-/Siloxan-Basis. Diese reduziert Wasser- und Pigment­aufnahme stark, kann die Säure­empfindlichkeit aber nicht aufheben. Die Imprägnierung sollte regelmäßig (alle 2 – 4 Jahre je nach Belastung) aufgefrischt werden – auf stark bewitterten Außen­flächen häufiger.

Fassade. Klassische Anwendung. Auf hinterlüfteten Fassaden­konstruktionen oder als gemörtelte Fassadenplatte in geschützter Bauweise hat Bateig Diamante eine über 100-jährige Erfolgs­bilanz in der spanischen und internationalen Architektur. Wichtig: konstruktiver Schutz an Sockel- und Sims­übergängen (kein stehendes Wasser, kein Spritzwasser-Bombardement), passende Fugen­materialien (kalk­basiert, säure­fest), regelmäßige Inspektion. Streusalz ist auf Calcit-Gesteinen problematisch und sollte vermieden werden.

Küche und Bad. Bateig Diamante ist nicht die erste Wahl für Küchen­arbeitsplatten – die Säure­empfindlichkeit, die hohe Porosität und die fehlende Hochglanz-Polier­barkeit sind hier kritische Schwächen. Für besondere mediterran-rustikale Konzepte mit antik-bearbeiteter Oberfläche und konsequenter Pflege­bereitschaft ist eine eingeschränkte Küchen­anwendung möglich. Im Bad eingeschränkt einsatzbar als Wandverkleidung in geschützten Bereichen mit fachgerechter Abdichtung und Imprägnierung.

Boden. Innenböden mit Bateig Diamante sind nicht empfehlenswert – die hohe Porosität führt zu starker Verschmutzungs­aufnahme, eingetragener Sand verkratzt die feingeschliffene Oberfläche, und Säure­einträge (Essig, Wein, Limonade) hinterlassen sofort sichtbare Ätz­spuren. In geschützten gewerblichen Innenräumen mit konsequenter Pflege ist die Sortierung als Wand- und Sockel­bekleidung jedoch eine bewährte Wahl.

Außen. Frostbeständig nach DNSA dokumentiert (durch die offen verbundene Porenstruktur). Wir empfehlen die geschliffene C220-, sandgestrahlte oder gestockte Variante mit Premium-Imprägnierung und sorgfältiger konstruktiver Planung. Streusalz, intensive Bewässerung und Spritzwasser sollten konstruktiv vermieden werden. Bei direkter Witterungsexposition empfehlen wir eine Probe-Verlegung im Erst­winter zur Verifikation der Material­charge.

Kratzer und Reparatur. Bei matten Stellen, Ätz­spuren, mechanischen Beschädigungen oder Fleckbildung kann ein spezialisierter Stein­metz- oder Fugen­technik-Betrieb die Tafel mit feinem Diamant­schliff örtlich nachbearbeiten – ein vollwertiges Aufpolieren ist material­bedingt nicht möglich. Tiefere Beschädigungen lassen sich mit eingefärbten Calcit-basierten Reparatur­mörteln kaschieren.

Häufige Fragen

Was ist Bateig Diamante für ein Material?

Petrographisch ein Kalkarenit (calcarenite) – ein körniger, sandig wirkender Kalkstein aus überwiegend Calcit-Klasten und Mikrofossil-Fragmenten. Die Sortierung stammt aus der Kreidezeit und wurde im flachen Schelfmeer der iberischen Kreide­plattform abgelagert. Die Lagerstätten befinden sich rund um Novelda und Elda in der Provinz Alicante (Region Valencia, Süd-Ost-Spanien). Im internationalen Stein­handel wird Bateig Diamante teilweise fälschlich der Sandstein-Familie zugeordnet – tatsächlich ist die Sortierung mineralogisch ein Kalkstein.

Was bedeutet die Bezeichnung „Bateig"?

„Bateig" ist ein traditioneller spanischer Werkstein-Markenname für die Kalkarenit-Sortierung aus dem Steinbruch­gebiet Novelda-Elda – „Diamante" bezeichnet die hellste, ruhigste, kristallin wirkende Variante (Diamant-Klar). Die Familie umfasst auch Bateig Bege (wärmer-beige) und Bateig Marrón (rötlich-braun). Verbreitete alternative Handels­namen sind „Piedra Bateig", „Piedra Novelda" und „Ibero Limestone".

Welche technischen Werte hat Bateig Diamante?

DNSA-Werte (#5557): Rohdichte 2.200 kg/m³, Druckfestigkeit 36,3 MPa (frostbedingt 45,6 MPa), Biegefestigkeit 12,8 MPa, Wasseraufnahme 5,8 %, Mohs-Härte etwa 3 (Calcit). Die hohe Porosität bedeutet eine deutlich höhere Wasseraufnahme als bei dichten Kalksteinen – nach DNSA aber dennoch frost­beständig dokumentiert. Säure­empfindlich (calcitisch). Nur Feinschliff möglich, kein Hochglanz.

Ist Bateig Diamante für die Küche geeignet?

Nicht empfohlen. Die Säure­empfindlichkeit (calcitisch), die hohe Porosität (5,8 % Wasseraufnahme, hohe Pigment­aufnahme) und die fehlende Hochglanz-Polier­barkeit sind in Küchen­anwendungen kritische Schwächen. Wer die warm-mediterrane Optik in der Küche wünscht, sollte zu einer säure­festen Sinterkeramik mit ähnlicher cremig-warmer Anmutung wechseln.

Ist Bateig Diamante für Innenböden geeignet?

Eingeschränkt. Die Sortierung ist nicht die erste Wahl für stark beanspruchte Eingangsbereiche oder gewerbliche Boden­flächen – die hohe Porosität führt zu deutlicher Verschmutzungs­aufnahme, eingetragener Sand verkratzt die feingeschliffene Oberfläche. Für ruhige, repräsentative Innenwand- und Sockel­bekleidungen ist Bateig Diamante eine bewährte Wahl.

Ist Bateig Diamante für Fassaden geeignet?

Ja, das ist die klassische Domäne dieser Sortierung. Bateig Diamante hat eine über 100-jährige Erfolgs­bilanz in der spanischen Modernismo- und neoklassizistischen Architektur (Valencia, Alicante, Madrid, Barcelona). Auf hinterlüfteten Fassaden­konstruktionen oder als gemörtelte Fassadenplatte in geschützter Bauweise mit Premium-Imprägnierung ist die Sortierung dauerhaft und wartungsarm einsetzbar. Wichtig: konstruktiver Schutz an Sockel- und Sims­übergängen, kein Streusalz.

Ist Bateig Diamante frostbeständig?

Ja, nach DNSA dokumentiert. Trotz der hohen Wasseraufnahme von 5,8 % funktioniert die Frost­beständigkeit durch die offen verbundene Porenstruktur, die ausfrierendes Wasser ausweichen lässt. Bei direkter Witterungsexposition empfehlen wir trotzdem eine sorgfältige konstruktive Planung mit Schutz vor Spritzwasser und Streusalz.

Bateig Diamante oder Bateig Bege?

Bateig Diamante ist die hellste, ruhigste, monochromste Variante der Bateig-Familie – mit cremig-elfenbeinfarbenem Grundton und nahezu einheitlicher Tonwert-Verteilung. Bateig Bege ist wärmer-beige und etwas dunkler im Tonwert, mit subtileren Farb­variationen. Beide sind petrographisch identische Kalkarenite mit gleichem Pflege­profil und gleicher technischer Belastbarkeit – die Wahl ist eine Tonwert-Entscheidung zwischen heller diamantklarer Wirkung (Diamante) und warmer beiger Wirkung (Bege).

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