Jerusalem Stone Grey-Gold (auch Jerusalem Gold oder Jerusalem Grey Dark) ist ein historischer kreidezeitlicher Kalkstein aus den Quastel-Hügeln westlich von Jerusalem — eine der bedeutendsten und ältesten Bauwerksteine der Menschheitsgeschichte mit charakteristisch mottierter Materialhandschrift in warm goldfarbenen, cremigen und kühl grauen Tönen. Frostbeständig auch nach Frost-Tau-Zyklen, für moderne Neubauten in der Stadt Jerusalem gesetzlich vorgeschrieben — eingesetzt für Fassadenverkleidungen, Wandverkleidungen, Bodenflächen, Treppenanlagen und repräsentative Innen- und Außenarchitektur mit historischer Anmutung und Jahrtausende alter Bautradition.
Petrographisch handelt es sich um einen kreidezeitlichen Kalkarenit der Levante-Karbonatplattform aus den Quastel-Hügeln westlich von Jerusalem im palästinensischen Westjordanland. Der Handelsname „Grey-Gold" fasst zwei aus derselben Formation gewonnene Farbgrade zusammen: Jerusalem Gold (warm cremegold) und Jerusalem Grey Dark (kühl-grau).
Andere Handelsnamen: Desert Beige, Desert Gray, JERUSALEM GOLD, JERUSALEM GREY DARK, Mitspe Ramon, Mitzpe Ramon, Ramon Gold Grey, Ramon Grey, Ramon Grey Gold
Über Jerusalem Stone Grey-Gold
Jerusalem Stone gehört zu den historisch bedeutendsten Bauwerksteinen der Menschheit. Seit der biblischen Antike wird er ohne Unterbrechung in und um die Stadt Jerusalem für sakrale, repräsentative und Wohnbauten eingesetzt — von den Mauern des biblischen Jerusalem über die Bauten der König-Herodes-Zeit, das Mauerwerk der Klagemauer und die Felsendomarchitektur bis hin zur modernen Stadt. Die Bedeutung des Steins für die Identität Jerusalems ist so zentral, dass sämtliche Neubauten in der Stadt seit den 1920er-Jahren — zunächst durch Verordnungen der britischen Mandatszeit, später durch israelisches Stadtrecht — ihre Außenfassaden mit Jerusalem Stone bekleiden müssen, um die einheitliche, warm-goldene historische Anmutung der Stadt zu erhalten. Diese gesetzliche Bauvorschrift macht Jerusalem Stone weltweit zu einem der wenigen Bausteine, dessen Verwendung architektonisch verbindlich vorgeschrieben ist, und unterstreicht seine kulturelle wie historische Singularität.
Geologisch handelt es sich bei Jerusalem Stone um einen kreidezeitlichen Kalkstein der Levante-Karbonatplattform, der sich vor rund 100 Millionen Jahren am Boden eines flachen, warmen Tropenmeeres in Form fein abgelagerter Kalkschlamm- und Schalenfragment-Sedimente gebildet hat. Petrographisch ist der Stein ein Kalkarenit — ein feinkörniger Karbonatsandstein, der überwiegend aus mikroskopischen Schalenfragmenten und Skelettresten mariner Mikroorganismen besteht. Die Steinbrüche liegen heute in den Quastel-Hügeln (Qastel Hills) westlich der Altstadt von Jerusalem, im palästinensischen Westjordanland. Die Handelsbezeichnung „Grey-Gold" umfasst zwei kommerziell zusammen geführte Farbgrade: Jerusalem Gold (warm cremebeige bis goldbraun mit bräunlichen Aderungen) und Jerusalem Grey Dark (kühler, von blau-grau bis charcoalgrau reichend) — beide stammen aus derselben geologischen Formation und werden je nach Bruchlage und Schichttiefe in der jeweiligen Färbung gewonnen.
Visuell prägt Jerusalem Stone eine außergewöhnlich mottierte, wolkig-fließende Optik — die einzelnen Plattenbereiche zeigen eine fein gemusterte Mineralverteilung mit weichen Übergängen zwischen helleren und dunkleren Bereichen, gelegentlichen fossilen Einschlüssen und subtilen ockerfarbenen oder taupe Akzenten. Die Oberfläche wirkt charaktervoll lebendig, ohne aufdringlich zu sein — eine Wesenseigenschaft, die den Stein über Jahrhunderte zu einer der beliebtesten Bauwerksteine des östlichen Mittelmeerraums gemacht hat. Die warme Goldtonalität spielt unter südlichem Licht besonders eindrucksvoll und bringt die historisch tradierte „goldene" Anmutung der Stadt Jerusalem hervor — der englische Schriftsteller Israel Zangwill prägte den Beinamen „City of Gold" maßgeblich aufgrund dieses charakteristischen Materials.
Technisch zählt Jerusalem Stone zu den hochfesten Bau-Kalksteinen: Rohdichte rund 2640 bis 2650 kg/m³, Druckfestigkeit zwischen 111,5 und 133,3 MPa, Biegezugfestigkeit von 9,4 bis 11,2 MPa und eine bemerkenswert niedrige Wasseraufnahme von nur 0,74 % beim Gold-Grad. Besonders bemerkenswert sind die Werte der Druckfestigkeit nach Frost-Tau-Zyklen: 88,7 bis 107,4 MPa — ein deutlicher Beweis der mechanischen Stabilität auch unter Frost-Tau-Belastung und Grundlage der dokumentierten Bewährung des Steins über Jahrtausende. Wie alle Kalksteine ist Jerusalem Stone säureempfindlich und reagiert auf Zitronensäure, Essig oder säurehaltige Reiniger durch matte Ätzung — diese Empfindlichkeit ist bei Bädern, Küchen und insbesondere bei Außenflächen mit ausgeprägter saurer Niederschlagsbelastung zu beachten und erfordert sachgerechte Imprägnierung.
Im Innenausbau ist Jerusalem Stone Grey-Gold eine bewährte Wahl für mediterrane, klassisch-historisierende und repräsentative Architekturen. Klassische Anwendungen sind Bodenflächen in Eingangshallen und Wohnräumen, Wandverkleidungen, Treppenstufen, Sockelleisten, Fensterbänke und Bäder. Die warme Goldtonalität harmoniert mit Holzeinbauten, mediterranen Möbelstilen und gedämpften Wandfarben in Erdtönen, ergänzt durch Messing- und Bronzeakzente. Im Außenbereich ist der Stein ein historischer Klassiker für Fassadenverkleidungen, Eingangsbereiche, Sockel, Treppen und Pflasterungen — die niedrige Wasseraufnahme und die nachweislich hohe Frostbeständigkeit machen ihn auch in mitteleuropäischen Klimaverhältnissen über Jahrzehnte witterungsstabil. Für intensive Küchenarbeitsplatten ist Jerusalem Stone aufgrund der Säureempfindlichkeit nur mit Vorbehalt geeignet — wer den charaktervoll alternden Kalksteinaspekt akzeptiert, erhält eine historisch wertige Arbeitsfläche.
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Technische Daten
Richtwerte für die Gesteinssorte aus Hersteller- und Prüfberichten. Naturstein ist ein Naturprodukt — einzelne Chargen und Platten können abweichen. Bei kritischen Anwendungen (z. B. kommerzielle Außenfassade, tragende Bauteile) wird die konkrete Charge üblicherweise projektbezogen geprüft — wir unterstützen gerne bei der Koordination.
Jerusalem Stone Grey-Gold ist in verschiedenen Oberflächenbearbeitungen erhältlich. Die Wahl der Oberfläche beeinflusst Optik, Haptik und Pflegeaufwand.
Getrommelt
Beim Trommeln werden Plattenkanten und Oberfläche durch mechanische Bewegung in einer Trommel abgerundet und leicht aufgeraut — Jerusalem Stone bekommt damit einen lebendig-historischen, gealterten Charakter, der seine biblisch-antike Tradition optisch unterstreicht. Standardwahl für Bodenflächen in Renovierungen, mediterrane Innenhöfe und historisierende Architekturen.
Geschliffen
Geschliffene Oberflächen zeigen Jerusalem Stone matt und gleichmäßig — die Cremegold- bis Grautönung wirkt zurückhaltender, der Stein präsentiert sich modern und zeitgenössisch. Wahl für moderne Innenarchitekturen mit Wunsch nach matter Anmutung.
Poliert
Polierter Jerusalem Stone zeigt eine glatte, leicht spiegelnde Oberfläche mit gesteigerter Tiefenwirkung der Cremegold- und Grautöne. Wahl für hochwertige Innenanwendungen, Wandverkleidungen und repräsentative Bodenflächen.
Gebuerstet
Bürsten erzeugt eine seidenmatte Oberfläche mit haptisch erlebbarer Texturierung — die unterschiedliche Härte der Karbonatkomponenten wird taktil spürbar. Wahl für Wand- und Bodenflächen mit warmer Materialhandschrift.
Sandgestrahlt
Sandstrahlen liefert eine fein-raue, mattierte Oberfläche mit guter Rutschhemmung — Standardwahl für Außentreppen, barrierearme Außenflächen und repräsentative Sockelbereiche.
Stockhammer
Stockhammern erzeugt eine grobnoppige Oberfläche mit kräftiger Rutschhemmung — typische Wahl für Außenstufen und Pflasterungen mit hohen Sicherheitsanforderungen.
Antikisiert
Die antikisierte Oberfläche kombiniert Trommeln und chemische Behandlung, sodass Jerusalem Stone einen besonders historisch-patinierten Charakter bekommt — ideal für Restaurierungen historischer Bauten und sakrale Architekturen mit gewünschter altertümlicher Anmutung.
Spaltrau
Die spaltraue Oberfläche zeigt die Bruchstruktur des Steins mit lebendigen Höhenunterschieden — gewählt für Mauerverkleidungen, mediterrane Außenflächen und rustikal-historische Architekturen.
Pflege & Verarbeitung
Jerusalem Stone Grey-Gold ist als Kalkstein säureempfindlich, technisch dank niedriger Wasseraufnahme von 0,74 % und nachweislich hoher Frost-Tau-Beständigkeit aber ein außergewöhnlich robuster Vertreter seiner Materialklasse. Im Innenbereich für die tägliche Reinigung ausschließlich warmes Wasser mit pH-neutralem Steinreinigungsmittel verwenden — saure Haushaltsreiniger, Essig, Zitrussäure-Entkalker oder andere säurehaltige Substanzen verursachen mattgeätzte Stellen, die nur durch professionelles Aufpolieren rückgängig gemacht werden können. Verschüttete saure Flüssigkeiten zeitnah mit klarem Wasser aufnehmen. Die niedrige Wasseraufnahme verschafft Jerusalem Stone gegenüber weicheren Mediterran-Kalksteinen deutlich mehr Reaktionszeit. Eine professionelle Imprägnierung nach der Verlegung sowie alle 2 bis 3 Jahre wird im Innenbereich empfohlen, im Außenbereich obligatorisch — sie reduziert die Wasseraufnahme weiter, schützt vor Frost-Tau-Schäden und mildert die Aufnahme von Pigmenten (Rotwein, Kaffee, Olivenöl). Im Außenbereich ist die Vermeidung von Streusalz im Winter zu beachten — chloridfreie Auftaumittel sind die schonendere Alternative. Bei sauren Niederschlägen in urbanen Lagen kann sich über sehr lange Zeiträume eine leichte Patina bilden, die viele Architekten in historisierenden Bauten als willkommenen Alterungseffekt akzeptieren. Bei Bädern und Spa-Anlagen sollten Wassertropfen nach dem Duschen abgezogen werden, da stehendes Wasser auf nicht imprägnierten Stellen langfristig zu Verfärbungen führen kann.
Häufige Fragen
Warum ist Jerusalem Stone in Jerusalem gesetzlich vorgeschrieben?
Seit den 1920er-Jahren — zunächst durch Verordnungen der britischen Mandatszeit, später durch israelisches Stadtrecht — müssen alle Neubauten in der Stadt Jerusalem ihre Außenfassaden mit Jerusalem Stone bekleiden. Die Vorschrift dient der Erhaltung der einheitlichen, warm-goldenen historischen Anmutung der Stadt, die seit der Antike durch dieses Material geprägt ist. Diese Bauvorschrift macht Jerusalem Stone weltweit zu einem der wenigen Bausteine, dessen Verwendung architektonisch gesetzlich vorgeschrieben ist.
Was ist der Unterschied zwischen Jerusalem Gold und Jerusalem Grey?
Beide stammen aus derselben geologischen Formation in den Quastel-Hügeln westlich von Jerusalem und gehören zum selben kreidezeitlichen Kalkstein. Jerusalem Gold zeigt warme cremebeige bis goldbraune Tonalität mit bräunlichen Aderungen — die klassische, in historischen Bauten dominierende Farbgebung. Jerusalem Grey Dark zeigt kühlere blau-graue bis charcoalfarbene Töne — eine modernere Variante, die in zeitgenössischer Architektur häufig eingesetzt wird. Beide Farbgrade werden je nach Bruchlage und Schichttiefe gewonnen und können in einer Anwendung kombiniert werden.
Eignet sich Jerusalem Stone für Außenanwendungen in Mitteleuropa?
Ja. Die niedrige Wasseraufnahme von 0,74 % und die nachweislich hohe Druckfestigkeit auch nach Frost-Tau-Zyklen (88,7 bis 107,4 MPa) qualifizieren Jerusalem Stone für anspruchsvolle Außenanwendungen in mitteleuropäischen Klimaverhältnissen. Eingesetzt wird er für Fassadenverkleidungen, Sockelplatten, Treppen, Pflasterungen und Eingangsbereiche. Bei sachgerechter Imprägnierung und konstruktiv geschützten Anwendungen ist der Stein über Jahrzehnte witterungsstabil — die historische Bewährung über Jahrtausende in Jerusalem selbst zeugt eindrucksvoll von dieser Stabilität.
Eignet sich Jerusalem Stone für Küchenarbeitsplatten?
Mit Vorbehalt. Die Säureempfindlichkeit gegenüber Zitronensaft, Essig, Wein und Cola führt bei Kontakt zu mattgeätzten Stellen — eine kalksteintypische Eigenschaft, die nicht durch Imprägnierung verhindert werden kann. Wer den charaktervoll alternden Kalksteinaspekt und die historische Würde des Materials als Designwert akzeptiert, erhält eine elegante, lebendig alternde Arbeitsfläche; wer eine fleckenfreie Oberfläche möchte, sollte säureunempfindliche Hartgesteine wie Granit oder Quarzit oder einen entsprechenden Quarzwerkstoff bevorzugen. Die niedrige Wasseraufnahme von 0,74 % ist ein Vorteil gegenüber weicheren Kalksteinen, die Säureempfindlichkeit bleibt jedoch bestehen.
Welche Anwendungen sind klassisch für Jerusalem Stone?
Jerusalem Stone ist klassisch für Fassadenverkleidungen, Sockelplatten, Eingangsbereiche, Treppen und Pflasterungen in mediterran-orientalisch inspirierten Architekturen etabliert — von repräsentativen Wohnhäusern über sakrale Bauten bis hin zu öffentlichen Plätzen. Im Innenbereich werden Bodenflächen, Wandverkleidungen, Treppenstufen, Sockelleisten und Bäder bewährt eingesetzt. Die historische Bautradition macht Jerusalem Stone besonders geeignet für sakrale Architekturen, Synagogen, Kirchen, Moscheen und für Restaurierungsprojekte historischer Bauten.
Welche Plattenformate sind bei Jerusalem Stone üblich?
Standard-Großformate liegen typischerweise zwischen 240 × 130 cm und 280 × 160 cm bei Stärken von 2 cm und 3 cm. Über ROSSITTIS werden auch Sonderstärken (1 cm für leichte Wandverkleidungen, 4 cm und mehr für Treppen) sowie Sockelleisten, Fliesenformate und Terrassenplatten bezogen. Auf konkrete Maße bitte direkt anfragen — Jerusalem Stone Grey-Gold ist als historisch tradierter Bauwerkstein bei ROSSITTIS regelmäßig auf Lager.