Marmor aus Namibia

Namibia White

Namibia White ist ein präkambrischer dolomitischer Marmor aus dem Karibib-Distrikt im zentralen Namibia (etwa 15 km westlich der Stadt Karibib) — ein neoproterozoischer Marmor der Swakop-Gruppe (Damara-Sequenz) mit feinkörniger isotropischer Struktur, perlmutt-weißer bis elfenbeinfarbener Grundmasse und subtilen hellgrauen oder cremig-gelben Aderbändern. International auch als Rhino White, White Rhino, Karibib White und Sugar White Marble geführt; eingesetzt für klassische Innen-Wandverkleidungen, Bäder, Spa-Bereiche, Bodenflächen, Waschtischabdeckungen und repräsentative Wohnflächen mit reinweißer afrikanischer Anmutung.

Marmor Namibia 2.675 kg/m³
Verfügbar als: Platten

Andere Handelsnamen: Bianco Rhino, Karibib Marble, Karibib White Marble, Mystery White, RHINO WHITE, White Rhino

Über Namibia White

Namibia White zeigt einen außergewöhnlich reinen, perlmutt-weißen Marmor-Charakter mit der charakteristischen homogenen kristallinen Struktur. Die Grundmasse ist eine außergewöhnlich gleichmäßige feinkörnige weiße bis elfenbeinfarbene Calcit-Dolomit-Matrix mit der typischen 'Sugar-White'-Anmutung — daher die Trade-Bezeichnung 'Sugar White Marble'. Charakteristisch sind die subtilen hellgrauen Aderbänder, die in unregelmäßigen verzweigten Mustern durch die Plattenfläche verlaufen, und gelegentliche cremig-gelbe Akzente. Die Mineralstruktur ist isotrop (richtungslos) mit feinkörniger, fast pulvriger Anmutung. Auf polierter Oberfläche entwickelt der Stein einen klassisch-eleganten Tiefenglanz mit perlmutt-weißer Reinheits-Wirkung. Die kristalline Struktur macht den Stein für skulpturale Anwendungen geeignet, ähnlich wie der mazedonische Bianco Sivec.

Im Bestand

Aktuelle Verfügbarkeit aus unserem Lager.

Technische Daten

Richtwerte für die Gesteinssorte aus Hersteller- und Prüfberichten. Naturstein ist ein Naturprodukt — einzelne Chargen und Platten können abweichen. Bei kritischen Anwendungen (z. B. kommerzielle Außenfassade, tragende Bauteile) wird die konkrete Charge üblicherweise projektbezogen geprüft — wir unterstützen gerne bei der Koordination.

Rohdichte 2.675 kg/m³
Druckfestigkeit 150,0 MPa
Biegezugfestigkeit 14,0 MPa
Wasseraufnahme 0,20 %

Anwendungseignung

Bedingt geeignet

Oberflächen

Namibia White ist in verschiedenen Oberflächenbearbeitungen erhältlich. Die Wahl der Oberfläche beeinflusst Optik, Haptik und Pflegeaufwand.

Poliert

Politur ist die klassischste Veredelung für Marmor und Kalkstein — eine glänzende Oberfläche mit höchstmöglicher Farbintensität und ausgeprägter Tiefenwirkung der Aderung. Je nach mineralischer Zusammensetzung kann die Wirkung stellenweise mattglänzend sein. Säureempfindlich — Wein, Zitrone und Essig hinterlassen Ätzspuren bei längerer Einwirkung.

Pflege & Verarbeitung

Namibia White ist als namibischer dolomitischer Marmor säureempfindlich. Mit Mohshärte 3,5–4,5 (etwas härter als reine Calcit-Marmore wegen des Dolomit-Anteils, aber dennoch nicht voll schnitt-/kratzfest), niedriger Wasseraufnahme (0,1–0,3 %) und ausgesprochener Säurereaktivität erfordert der Stein bewusste Pflege und konsequente Imprägnierung. Diese Hinweise sollten in die Materialwahl bewusst einbezogen werden — Namibia White ist ein bewusst gewähltes Designmaterial mit Reinheitsanspruch, kein pflegeloser Allrounder.

Für Innenanwendungen empfehlen wir bei der Erstinstallation eine sorgfältige Imprägnierung auf Silan- oder Polysiloxanbasis. Bei der niedrigen Wasseraufnahme ist Namibia White praktisch nicht-saugfähig — die Imprägnierung dient als zusätzliche Versicherung gegen Säure-Ätzspuren. Bei polierten Innenflächen empfehlen wir eine Auffrischung alle 1–2 Jahre, bei stark genutzten Bereichen alle 6–12 Monate kontrollieren.

Die tägliche Pflege erfolgt mit pH-neutralem Natursteinreiniger und einem weichen Tuch oder Mikrofaser-Wischmopp. Klares warmes Wasser reicht meist aus. Säurehaltige Reiniger (Essig, Zitronensäure, Sanitärreiniger, Entkalker) sind STRENG zu vermeiden — sie greifen den Marmor sofort an und hinterlassen matte Ätzspuren. Auch Cola, Wein, Tomatensauce und Zitrusfrüchte können auf unbehandelten Flächen Ätzspuren hinterlassen — bei Verschüttungen sofort mit einem trockenen Tuch abtupfen.

Für Küchenarbeitsplatten ist Namibia White bedingt geeignet — er ist nicht voll säurebeständig und nicht voll schnitt-/kratzfest. Hitzebeständigkeit ist gegeben, aber heiße Töpfe sollten nicht direkt abgestellt werden (Untersetzer verwenden). Für intensiv genutzte Profi-Küchen empfehlen wir alternative Hartsteine. Für eine elegante Designer-Küche mit minimalistischer Reinheits-Anmutung und sorgfältiger Pflege kann Namibia White jedoch sehr stimmig sein.

Für Bäder und Wellness-Bereiche ist Namibia White eine sehr passende Wahl — die reinweiße Materialwirkung bringt eine besondere reinheits-elegante Spa-Atmosphäre. Bei direkter Wasserbelastung ist eine sorgfältige Imprägnierung Pflicht, säurehaltige Sanitärreiniger streng zu vermeiden.

Für Außenanwendungen ist Namibia White wie alle Marmore nur eingeschränkt empfohlen — polierte Außen-Stabilität ist nicht dauerhaft. UV-Belastung und Witterung führen zu Glanzverlust. Die ideale Einsatzdomäne ist innen.

Wichtige Sicherheitshinweise: Wissenschaftliche Studien haben in einigen namibischen Marmoren tremolitische Mineralien (Asbest-Form) entdeckt. Vor Anwendungen mit erhöhtem Sicherheitsanspruch (Schulen, Krankenhäuser, Lebensmittelverarbeitung) empfehlen wir eine projektbezogene Asbest-Freigabe-Bestätigung beim Importeur. Bei Bearbeitung sollten Steinmetze die üblichen Sicherheitsmaßnahmen für Naturstein-Verarbeitung (Atemschutz, Absaugung) anwenden.

Häufige Fragen

Was ist Namibia White geologisch?

Namibia White ist ein neoproterozoischer dolomitischer Marmor aus der Swakop-Gruppe der Damara-Sequenz im zentralen Namibia. Die Brüche liegen etwa 15 km westlich der Stadt Karibib, einer Region, die zu den bedeutendsten afrikanischen Marmor-Provinzen gehört. Petrographisch ein dolomitisch-bearing Marmor mit höherer Härte aufgrund des Dolomit-Anteils.

Welche Synonyme gibt es?

Namibia White läuft im internationalen Handel auch unter den Bezeichnungen Rhino White (englischer Trade-Name — sehr verbreitet), White Rhino, Karibib White, Sugar White Marble, Namibian White Marble und Karibib Marble. Alle Bezeichnungen verweisen auf den gleichen namibischen Marmor aus dem Karibib-Bruchgebiet.

Welche technischen Werte hat Namibia White?

Solide Werte für einen dolomitischen Marmor: Rohdichte 2.600–2.750 kg/m³ (sehr hoch), Druckfestigkeit 120–180 MPa, Biegezugfestigkeit 12–16 MPa, Wasseraufnahme 0,1–0,3 % (sehr niedrig), Mohshärte 3,5–4,5. Die hohe Dolomit-Konzentration erklärt die ungewöhnlich hohe Dichte und etwas höhere mechanische Festigkeit als reine Calcit-Marmore.

Was ist der Unterschied zwischen Namibia White und Bianco Sivec?

Beide sind dolomitische Marmore mit reinweißer Anmutung, unterscheiden sich aber in Herkunft und Charakter. Bianco Sivec (mazedonisch, aus Prilep) hat 90 % Dolomit-Anteil und gilt seit der Antike als Premium-Bildhauermarmor. Namibia White (namibisch, aus Karibib) ist ebenfalls dolomitisch mit ähnlich hoher Reinheit. Beide eignen sich für ähnliche Anwendungen; Sivec hat eine etwas längere historische Marktbewährung und Heritage-Stellung, Namibia White ist preislich attraktiver. Wichtig: Bei Namibia-Marmoren ist eine projektbezogene Asbest-Freigabe-Prüfung empfehlenswert (siehe Hinweis unten).

Gibt es Sicherheitsbedenken bei Namibia White?

Wissenschaftliche Untersuchungen haben in einigen namibischen Marmoren tremolitische Mineralien (eine Asbest-Form) festgestellt. Vor sicherheitsrelevanten Anwendungen (Schulen, Krankenhäuser, Lebensmittelverarbeitung) empfehlen wir eine projektbezogene Asbest-Freigabe-Bestätigung beim Importeur. Bei Standard-Anwendungen wie Wandverkleidungen oder Bodenflächen ist das Material bei korrekter Verlegung unproblematisch — die Tremolit-Mineralien sind in der Marmor-Matrix gebunden und werden nur bei Verarbeitung freigesetzt. Bei Bearbeitung sollten die üblichen Naturstein-Sicherheitsmaßnahmen (Atemschutz, Absaugung) angewendet werden.

Ist Namibia White für die Küchenarbeitsplatte geeignet?

Bedingt geeignet, mit Einschränkungen. Mit Mohshärte 3,5–4,5 ist Namibia White als dolomitischer Marmor deutlich empfindlicher als Granit oder Quarzit — er ist nicht voll schnitt-/kratzfest und säureempfindlich. Wein, Zitronensaft oder Essig hinterlassen sofort Ätzspuren. Für intensiv genutzte Profi-Küchen empfehlen wir alternative Hartsteine.

Eignet sich Namibia White für Bäder?

Sehr gut geeignet — die reinweiße Materialwirkung bringt eine besondere Spa-Atmosphäre. Bei direkter Wasserbelastung ist eine sorgfältige Imprägnierung Pflicht, säurehaltige Sanitärreiniger streng zu vermeiden. Eine mattere Oberflächenbearbeitung würde Wasserflecken weniger sichtbar zeigen.

Welche Oberflächen gibt es bei Namibia White?

Standardlieferung als polierte Tafel — die im Bestand verfügbaren Oberflächenbearbeitungen sind im Block »Oberflächen« auf dieser Seite gelistet.

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