Versailles ist ein säureempfindlicher Kalkstein. Wein, Zitronensaft, Essig, Cola, Sanitärreiniger oder Entkalker hinterlassen auf der polierten Oberfläche Ätzspuren — sichtbar als matte Schatten oder Glanzverlust. Die hellen Calcit-Adern und roten Eisenoxid-Partien reagieren am sichtbarsten auf Säuren.
Für alle Anwendungen ist eine Imprägnierung auf Silan- oder Polysiloxanbasis Pflicht. Sie verhindert das Eindringen von Wasser, Öl und Farbstoffen und reduziert Fleckenbildung — ersetzt aber nicht die Säureempfindlichkeit. Bei polierten Oberflächen empfehlen wir die Auffrischung der Imprägnierung alle 1-2 Jahre. Die brekziöse Struktur mit ihren feinen Adern und Mineraleinschlüssen profitiert besonders von einer hochwertigen Imprägnierung — sie verhindert das Eindringen von Verschmutzungen in die feinen Spalten zwischen Brekzien-Fragmenten und Calcit-Adern.
Die tägliche Pflege erfolgt mit pH-neutralem Natursteinreiniger und einem weichen Mikrofasertuch. Vermeiden Sie Essigreiniger, Zementschleierentferner, säurehaltige Sanitärreiniger und stark alkalische Mittel. Wein, Kaffee, Öl, Zitronensaft oder Kosmetikprodukte sollten auf polierten Flächen nicht lange einwirken — sofort abwischen und mit klarem Wasser nachwischen.
Für Küchenarbeitsplatten ist Versailles nur bedingt geeignet. Wer das ikonische, historische Brekzien-Materialbild will und Patina als Charakter akzeptiert, kann das Material in Showküchen einsetzen. Wer maximale Alltagssicherheit braucht, sollte einen grauen Quarzit oder Granit wählen.
Für frei bewitterte polierte Außenflächen ist Versailles nicht geeignet — die Politur verliert über die Jahre an Glanz. In geschützten Außenlagen mit geschliffener oder antik bearbeiteter Oberfläche und sachgerechter Verlegung ist das Material bei moderater Beanspruchung möglich.