Vert de Salvan (auch Vert de Glaciers, Gletschergrün, Verde Glaciale, Salvan Green oder Vert de Martigny) ist ein klassischer permischer Konglomerat-Naturwerkstein aus Salvan bei Martigny im Schweizer Wallis mit grünlich-grauer Grundmasse, durchsetzt von gerundeten weißen Quarz- und Kalk-Geröllsteinen in Weiß, Hell- und Dunkelgrün. Außergewöhnlich hochfest (Biegezugfestigkeit 28,9 MPa — granittypisch hoch), niedrig in der Wasseraufnahme (0,17 %), frostbeständig — eingesetzt für Wandverkleidungen, Kamineinfassungen, Fassaden und repräsentative Innenflächen mit alpin-eigenständigem Schweizer Charakter und kulturhistorischer Tiefe.
Petrographisch handelt es sich um einen permischen Grobklastit (Konglomerat oder Brekzie) aus dem Steinbruchgebiet Salvan bei Martigny im Schweizer Wallis (DNSA Stein 996). Im Steinhandel gelegentlich fälschlich als Gneis klassifiziert — die DNSA-Klassifikation als Grobklastit ist petrographisch korrekt, da die ursprüngliche Konglomerat-Struktur trotz alpiner metamorpher Beeinflussung erhalten geblieben ist. DNSA vermerkt eine partielle Säureempfindlichkeit (einzelne Mineralbestandteile nicht dauerhaft säurebeständig) und nur erreichbaren matten Glanz.
Andere Handelsnamen: GLETSCHERGRÜN, Geen Salvan Stone, Glacier, Gletscher Gruen Conglomerate, Gletscher Grün, Gletscher Grün Gneiss, Gletscherbach, SALVAN GREEN, Salvan Green Conglomerate, Salvan Green Gneiss, Salvan Green Stone, Salvan Vert Conglomerate, VERT DE GLACIERS, Verde Glaciale, Verde Glaciale Gneiss, Verde Salvan, Verde Salvan Conglomerate, Vert De Glacier, Vert De Glacier Stone, Vert De Salvan Conglomerate, Vert Des Glacieres, Vert Des Glaciers, Vert Salvan Conglomerate
Über Vert de Salvan
Vert de Salvan ist ein einzigartiger Schweizer Naturwerkstein aus dem permischen Konglomerat-Steinbruch in der Gemeinde Salvan im Distrikt Martigny im Kanton Wallis. Die Gemeinde Salvan liegt im Trient-Tal in den Walliser Alpen und ist seit Jahrhunderten für die Förderung dieses charakteristischen grünlich getönten Konglomerats bekannt — der Stein wird traditionell auch unter dem poetischen Namen „Vert de Glaciers" („Gletschergrün") gehandelt, der die optische Verwandtschaft seiner grünlichen Tonalität mit der Tiefenfarbe alpiner Gletscher zum Ausdruck bringt. Im internationalen Markt wird der Stein unter mehreren parallelen Handelsnamen geführt: Vert de Salvan, Vert de Glaciers, Gletschergrün, Verde Glaciale (italienische Schreibweise), Salvan Green und Vert de Martigny. Die DNSA-Klassifikation (Stein 996) dokumentiert das Material präzise als Grobklastit (Konglomerat).
Geologisch handelt es sich um ein permisches grobklastisches Sedimentgestein — ein Konglomerat oder Brekzie aus der Permzeit (vor rund 280 bis 250 Millionen Jahren), das in einem ehemaligen kontinentalen Schwemmfächer- oder Flussdelta-Milieu entstanden ist. Während dieser Zeit lagerten sich gerundete bis subangulare Gesteinsklasten unterschiedlicher Herkunft in einer feinkörnigen Matrix ab und wurden anschließend durch karbonatisch-quarzitische Zementation zu einem festen Gestein verkittet. Die charakteristische grünliche Tonalität resultiert aus chlorit- und epidot-haltigen Mineralkomponenten in der Grundmasse, die typisch für die alpine metamorphe Beeinflussung permischer Sedimente sind. Wichtig: Im Steinhandel wird der Stein gelegentlich fälschlich als „Gneis" klassifiziert — die DNSA-Klassifikation als Grobklastit ist petrographisch korrekt, da das Gestein seine ursprüngliche Konglomerat-Struktur trotz alpiner metamorpher Beeinflussung beibehalten hat.
Visuell prägt Vert de Salvan eine außergewöhnlich charaktervolle, fast museumshaft wirkende Materialhandschrift. Auf einer grünlich-grauen bis olivgrünen feinkörnigen Grundmasse breiten sich gerundete bis subangulare Gesteinsklasten unterschiedlicher Größe und Färbung aus — von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern Durchmesser, in Tönen von hell-cremeweiß über mittelgrün bis dunkelgrün und gelegentlich silbrig-glimmrig. Die einzelnen Klasten erscheinen wie versteinerte Kieselsteine in einer mineralischen Matrix — ein Plattenbild, das wie ein versteinerter alpiner Bachlauf wirkt. Die Plattenvariation ist erheblich und Wesensmerkmal des Steins. Die Materialhandschrift unterscheidet sich deutlich von typischen Marmoren oder Graniten und schafft eine eigenständige alpine Identität, die in der Schweizer Bautradition seit Jahrhunderten geschätzt wird.
Technisch zählt Vert de Salvan zu den hochwertigsten alpinen Werksteinen mit dokumentierten DNSA-Werten: Rohdichte 2735 kg/m³, Druckfestigkeit 88 MPa, Biegezugfestigkeit 28,9 bis 31,1 MPa (außergewöhnlich hoch und granittypisch), Wasseraufnahme von nur 0,17 % (extrem niedrig), Verschleißwiderstand 6,8 cm³/50 cm² (moderat — typisch für Konglomerat). Die niedrige Wasseraufnahme und die hohe Biegezugfestigkeit qualifizieren den Stein für anspruchsvolle Innen- und konstruktiv geschützte Außenanwendungen. Die Frostbeständigkeit ist DNSA-dokumentiert. Wichtige technische Besonderheit: DNSA vermerkt eine partielle Säureempfindlichkeit — einzelne Mineralbestandteile sind nicht dauerhaft säurebeständig, was bei der Pflege berücksichtigt werden sollte. Außerdem ist nur matter Glanz erreichbar — keine spiegelnde Hochpolitur — eine materialspezifische Eigenschaft, die der natürlichen Konglomerat-Charakteristik geschuldet ist und der alpin-rustikalen Anmutung des Steins perfekt entspricht.
Im Innenausbau ist Vert de Salvan eine außergewöhnliche Wahl für klassisch-alpine, rustikal-elegante und Schweizer-historisch inspirierte Architekturen. Klassische Anwendungen sind Wandverkleidungen, Kamineinfassungen — eine traditionelle Schweizer Anwendung des Steins —, Fassadenverkleidungen, Bodenflächen in moderater Frequenz, Treppenstufen und Sockelausbildungen. Die grünlich-graue Tonalität mit den charakteristischen Geröllstein-Klasten harmoniert besonders mit warmen Holzeinbauten in alpiner Tradition (Lärche, Fichte, Eiche, Kastanie), mit Messing-, Bronze- und Kupferakzenten und mit gedämpften Erdtönen. Vert de Salvan ist ein Stein für Architekturen mit Wunsch nach kulturhistorischer Tiefe und alpin-eigenständigem Schweizer Charakter. Im Außenbereich findet er Verwendung für Fassadenverkleidungen und Sockelausbildungen — die Frostbeständigkeit und die niedrige Wasseraufnahme qualifizieren ihn für mitteleuropäische Klimaverhältnisse, der moderate Verschleißwiderstand limitiert allerdings den Einsatz auf intensiv begangenen Außenflächen.
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Technische Daten
Richtwerte für die Gesteinssorte aus Hersteller- und Prüfberichten. Naturstein ist ein Naturprodukt — einzelne Chargen und Platten können abweichen. Bei kritischen Anwendungen (z. B. kommerzielle Außenfassade, tragende Bauteile) wird die konkrete Charge üblicherweise projektbezogen geprüft — wir unterstützen gerne bei der Koordination.
Rohdichte
2.735 kg/m³
Druckfestigkeit
88,0 MPa
Biegezugfestigkeit
28,9 MPa
Wasseraufnahme
0,17 %
Frostbeständig
Ja
Säurebeständig
Nein
Oberflächen
Vert de Salvan ist in verschiedenen Oberflächenbearbeitungen erhältlich. Die Wahl der Oberfläche beeinflusst Optik, Haptik und Pflegeaufwand.
Satiniert
Die satinierte (matt geschliffene) Oberfläche ist die Standardvariante für Vert de Salvan und für die alpin-rustikale Materialhandschrift optimal — eine ebene, gleichmäßig matte Optik mit weichem Lichtreflex, die die grünlich-graue Tonalität und die Geröllstein-Klasten in zurückhaltend-eleganter Weise präsentiert. Standard für Wandverkleidungen, Kamineinfassungen und repräsentative Innenanwendungen.
Poliert
Polierter Vert de Salvan zeigt eine glatte Oberfläche mit Tiefenwirkung der grünen Tonalität — wichtig: nur matter Glanz ist erreichbar (DNSA-Hinweis), keine spiegelnde Hochpolitur. Diese materialspezifische Eigenschaft entspricht der natürlichen Konglomerat-Charakteristik perfekt.
Geschliffen
Geschliffene Oberflächen zeigen Vert de Salvan matt und gleichmäßig — die Geröllstein-Klasten und die feinkörnige Matrix bleiben klar erkennbar.
Gebuerstet
Bürsten erzeugt eine seidenmatte Oberfläche mit haptisch erlebbarer Texturierung — die unterschiedliche Härte der grünlich-grauen Matrix und der eingeschlossenen Geröllstein-Klasten wird taktil spürbar.
Antikisiert
Die antikisierte Oberfläche kombiniert Trommeln und chemische Behandlung, sodass Vert de Salvan einen leicht patinierten, gealterten Charakter mit warmer Haptik bekommt — geeignet für historisierende alpine Architekturen.
Stockhammer
Stockhammern erzeugt eine grobnoppige Oberfläche mit kräftiger Rutschhemmung — typische Wahl für Außenstufen und alpine Sockelausbildungen.
Spaltrau
Die spaltraue Oberfläche zeigt die Bruchstruktur des Steins mit lebendigen Höhenunterschieden und prominent freigelegten Geröllsteinen — gewählt für Mauerverkleidungen und rustikale alpine Außenanwendungen.
Sandgestrahlt
Sandstrahlen liefert eine fein-raue, mattierte Oberfläche mit guter Rutschhemmung — Wahl für Außentreppen und barrierearme Außenflächen.
Pflege & Verarbeitung
Vert de Salvan ist als permisches Konglomerat ausgesprochen pflegeleicht — die niedrige Wasseraufnahme von 0,17 % und die hohe Biegezugfestigkeit machen den Stein widerstandsfähig gegenüber mechanischen Belastungen. DNSA vermerkt jedoch eine wichtige Besonderheit: einzelne Mineralbestandteile sind nicht dauerhaft säurebeständig. Daher gilt: für die tägliche Reinigung ausschließlich warmes Wasser mit pH-neutralem Steinreinigungsmittel verwenden — saure Haushaltsreiniger, Essig, Zitrussäure-Entkalker oder andere konzentriert säurehaltige Substanzen sollten gemieden werden. Verschüttete saure Flüssigkeiten zeitnah mit klarem Wasser aufnehmen — diese Empfindlichkeit ist im Vergleich zu echten säureresistenten Graniten zu beachten, im Vergleich zur Säureempfindlichkeit von Marmoren und Kalksteinen aber deutlich weniger ausgeprägt. Eine professionelle Imprägnierung nach der Verlegung sowie alle 2 bis 3 Jahre wird im Innenbereich empfohlen, um die Aufnahme von Pigmenten zu reduzieren. Bei der dunkel-grünlichen Materialhandschrift sind Pigmentflecken weniger sichtbar als auf hellen Steinen. Im Außenbereich reicht regelmäßige Reinigung mit klarem Wasser; bei Grünbelag-Befall in schattigen Lagen können handelsübliche Algen- und Moosreiniger eingesetzt werden. Bei Kamineinfassungen, einer der traditionellen Schweizer Hauptanwendungen, ist die Hitzebeständigkeit hervorragend.
Häufige Fragen
Was bedeuten die parallelen Handelsnamen Vert de Glaciers und Gletschergrün?
Vert de Glaciers (französisch „Grün der Gletscher") und Gletschergrün (deutsche Übersetzung) sind poetische Marketingnamen, die die optische Verwandtschaft der grünlichen Tonalität des Steins mit der Tiefenfarbe alpiner Gletscher zum Ausdruck bringen. Vert de Salvan, Vert de Glaciers, Gletschergrün, Verde Glaciale (italienisch), Salvan Green und Vert de Martigny sind synonyme Handelsnamen für ein und denselben Schweizer permischen Konglomerat-Naturwerkstein aus Salvan bei Martigny im Kanton Wallis.
Was ist die petrographisch korrekte Klassifikation?
Vert de Salvan ist petrographisch ein Grobklastit (Konglomerat oder Brekzie) aus der Permzeit — das DNSA klassifiziert das Material entsprechend (Stein 996) als Grobklastit. Im Steinhandel wird der Stein gelegentlich fälschlich als „Gneis" klassifiziert, was petrographisch ungenau ist — die ursprüngliche Konglomerat-Struktur ist trotz alpiner metamorpher Beeinflussung erhalten geblieben. Vert de Salvan zeigt die charakteristische Konglomerat-Materialhandschrift mit gerundeten bis subangularen Gesteinsklasten in feinkörniger Matrix.
Was bedeutet die DNSA-Säurewarnung bei Vert de Salvan?
Die DNSA-Datenbank vermerkt für Vert de Salvan eine partielle Säureempfindlichkeit: einzelne Mineralbestandteile (vermutlich karbonatische Zement-Komponenten oder bestimmte Klasten) sind nicht dauerhaft säurebeständig. Konzentrierte Säuren wie Zitronensäure oder Essig können bei längerer Einwirkdauer kleinere Verfärbungen verursachen. Diese Empfindlichkeit ist im Vergleich zu echten säureresistenten Graniten zu beachten, im Vergleich zur Säureempfindlichkeit von Marmoren und Kalksteinen aber deutlich weniger ausgeprägt. Für haushaltsübliche Anwendungen mit pH-neutralen Reinigungsmitteln ist der Stein robust.
Was bedeutet die Tatsache, dass nur matter Glanz erreichbar ist?
DNSA vermerkt für Vert de Salvan, dass nur matter Glanz erreichbar ist — keine spiegelnde Hochpolitur. Diese materialspezifische Eigenschaft ist der natürlichen Konglomerat-Charakteristik geschuldet: die unterschiedlich harten Klasten und die feinkörnige Matrix lassen sich nicht zu einer einheitlichen spiegelnden Oberfläche bringen. Diese Eigenschaft passt jedoch perfekt zur alpin-rustikalen Anmutung des Steins — die satinierte oder geschliffene Oberfläche ist die natürliche Standardwahl und unterstreicht den charaktervollen Konglomerat-Charakter.
Eignet sich Vert de Salvan für Kamineinfassungen?
Hervorragend — Kamineinfassungen sind eine der traditionellen Schweizer Hauptanwendungen des Steins. Die hohe Hitzebeständigkeit, die alpin-rustikale Materialhandschrift und die kulturhistorische Verbindung zu Schweizer Wohntraditionen machen Vert de Salvan zu einer klassischen Wahl für Kamineinfassungen in alpinen Wohnsälen, traditionellen Bergchalets und auch in modernen Designkonzepten mit Wunsch nach Schweizer Identität. Die thermische Beanspruchung am Kamin ist für den Stein unproblematisch.
Welche Plattenformate sind bei Vert de Salvan üblich?
Standard-Großformate aus den Schweizer Steinbrüchen liegen typischerweise zwischen 240 × 130 cm und 280 × 160 cm bei Stärken von 2 cm und 3 cm. Über ROSSITTIS werden auch dünnere Formate (1 cm für leichte Wandverkleidungen) und Sockelleisten bezogen. Aufgrund der hohen Plattenvariation und der spezifischen Schweizer Herkunft ist die Verfügbarkeit selektiv — auf konkrete Maße bitte direkt anfragen.